Vor der Bundesratssitzung am Freitag, in der ein Antrag von Schleswig-Holstein für eine Zuckersteuer beraten werden soll, hat Foodwatch eine solche Steuer dringlich gefordert. „Wer sich gegen die Zuckersteuer stellt, vertritt vor allem die Interessen der Softdrink-Hersteller“, sagte Luise Molling, Foodwatch-Expertin für Ernährungspolitik.
Coca Cola in einem Supermarkt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Die Steuer für gesüßte Getränke nicht einzuführen, gehe zu Lasten der Gesundheit. „Der flüssige Zucker ist besonders gesundheitsschädlich“, so Molling. Soft-Drinks wären eine der Hauptursachen für Typ-2 Diabetes und Adipositas.
Molling erklärte zudem, dass die Steuer auch wirtschaftliche Vorteile habe. „Eine Limosteuer könnte Hunderttausende Erkrankungen verhindern und 16 Milliarden Euro Kosten einsparen“, sagte sie.
Deutschland müsse mit der Zuckersteuer nachziehen und es den über 100 Nationen gleichtun, die bereits eine Zuckersteuer haben. „In Großbritannien hat sie dazu geführt, dass die Hersteller weniger Zucker in ihre Getränke kippen“, sagte sie. In England habe der Softdrink Fanta des US-Konzerns Coca-Cola nur halb so viel Zucker wie in Deutschland. „Die Länder müssen sich jetzt hinter Daniel Günthers Vorstoß stellen und die Bundesratsinitiative unterstützen“, appellierte Molling.




