Rund 3.210 Beschäftigte in der Gebäudereinigung sollen nach dem Willen der IG BAU Schwaben mehr verdienen. Die Gewerkschaft warnt, dass Reinigungskräfte ihre Jobs aufgeben könnten, wenn die Arbeitgeber bei einem Plus von 1,8 Prozent bleiben.
Die IG BAU fordert zwei Euro mehr pro Stunde. Damit würde der Stundenlohn einer Gebäudereinigerin auf 17 Euro steigen. Nach Angaben der Gewerkschaft soll es von Arbeitgeberseite dagegen erst ab Mai des kommenden Jahres 1,8 Prozent mehr geben – bei einem aktuellen Stundenlohn von 15 Euro wären das 27 Cent.
Gewerkschaft kritisiert geringen Abstand zum Mindestlohn
„Das ist eine Farce. Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen“, sagt Karl Bauer, Vorsitzender der IG BAU Schwaben. Er verweist darauf, dass der gesetzliche Mindestlohn ab Januar auf 14,60 Euro pro Stunde steigen soll. Gebäudereinigerinnen verdienten derzeit mit 15 Euro nur knapp mehr.
Nach Einschätzung Bauers macht der geringe Lohnabstand die Arbeit für viele Beschäftigte unattraktiv. Manche Reinigungskräfte müssten bereits für einen Arbeitsbeginn um 3 Uhr aufstehen. Zudem sei die Tätigkeit körperlich hart. „Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krummmachen?“, sagt Bauer.
IG BAU warnt vor Folgen für Betriebe
Falls kein besseres Angebot vorgelegt werde, könnten viele Reinigungskräfte ihren Job aufgeben und sich eine andere Arbeit suchen, warnt die Gewerkschaft. Das würde die Betriebe in Schwierigkeiten bringen, weil das Personal in der Branche knapp sei. In Augsburg gibt es laut IG BAU 118 Gebäudereinigungsunternehmen.
Am Dienstag, 3. November, soll die nächste und entscheidende Verhandlungsrunde zum Lohn in der Gebäudereinigung stattfinden. Die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks treffen sich dann zum dritten Mal am Tariftisch.

