Für das traditionsreiche Augsburger Unternehmen J.N. Eberle & Cie. gibt es eine Zukunftsperspektive. Die WIKUS-Gruppe übernimmt wesentliche Teile des Betriebs und führt die Bimetallsparte weiter. Gleichzeitig fallen rund 160 Arbeitsplätze weg.
Der Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn hat mit der WIKUS-Sägenfabrik einen Investor gefunden. Der Kaufvertrag wurde inzwischen unterzeichnet. Am Standort Augsburg sollen 74 Arbeitsplätze erhalten bleiben.
„Unter den derzeit sehr herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist die erzielte Einigung mit WIKUS ein Erfolg“, sagt Stemshorn. Die deutliche Reduzierung der Mitarbeiterzahl sei jedoch notwendig, um die Kosten an die Geschäftsentwicklung anzupassen.
Einschnitte bei Eberle
Für rund 160 Beschäftigte bedeutet die Restrukturierung den Verlust des Arbeitsplatzes. Der Sozialplan und Interessenausgleich wurden bereits vereinbart (wir berichteten).
Die Produktionsbereiche Sägen und C-Stahl werden eingestellt. Für C-Stahl ist eine geordnete Ausproduktion vorgesehen. Der Sägenvertrieb bleibt dagegen bestehen.
Bimetallgeschäft wird weitergeführt
WIKUS will die Bimetallsparte in einer eigenständigen Tochtergesellschaft fortführen. Produktion, Vertrieb und weitere Verwaltungsbereiche sollen künftig im Großraum Augsburg gebündelt werden.
„Eberle verfügt über langjährige Erfahrung, hohe technische Kompetenz und etablierte Kundenbeziehungen“, erklärt Sven Koepchen, Vorsitzender der Geschäftsführung der WIKUS-Gruppe. Das Know-how solle weiterentwickelt werden.
Tradition seit 1836
Die Wurzeln von Eberle reichen bis ins Jahr 1836 zurück. Das Unternehmen ist auf Stahlprodukte, Bimetall, Bandsägen und Präzisionsbandstahl spezialisiert und beliefert Kunden international.
Mit der Übernahme durch WIKUS soll zumindest ein Teil dieser industriellen Kompetenz am Standort Augsburg erhalten bleiben. Auch Eberle-Geschäftsführer Gernot Egretzberger sieht darin einen wichtigen Schritt: „Umso wichtiger ist es, dass durch den erfolgreichen Investorenprozess 74 Arbeitsplätze und wesentliches industrielles Know-how erhalten werden konnten.“
Unterstützung bei der Jobsuche
Für die ausscheidenden Beschäftigten sollen neue Perspektiven geschaffen werden. Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits Gespräche mit sechs Firmen aus der Region aufgenommen, um die Mitarbeiter bei der beruflichen Neuorientierung zu unterstützen.
Das Insolvenzverfahren über Eberle war Ende August eröffnet worden. Zuvor hatte Stemshorn den Geschäftsbetrieb weitergeführt und gemeinsam mit seinem Team einen strukturierten Investorenprozess organisiert. Von mehreren Interessenten setzte sich schließlich WIKUS mit dem besten Angebot durch.

