Die Mitglieder des Krankenhausbeirats haben sich in ihrer jüngsten Sitzung mit einem Konzept der Rotkreuzklinik in Lindenberg zur Notfallversorgung beschäftigt. Vorgestellt hatte dieses die Geschäftsführerin Caroline Vogt mit weiteren Vertretern der Klinik.
Dieses Konzept sieht unterschiedliche Ausbaustufen einer Notfallversorgung an der Rotkreuzklinik in Lindenberg vor mit unterschiedlichen Öffnungszeiten. Mit berücksichtigt sind darin auch chirurgische Leistungen, die die Rotkreuzklinik in einer zukünftigen Notaufnahme ohne Förderung nicht mehr anbieten wird. Die Verwaltung wurde nun vom Beirat beauftragt, gemeinsam mit der Schwesternschaft sowie mit externen Experten, das Konzept weiter zu konkretisieren und dabei auch die fachlich-medizinischen, finanziellen und rechtlichen Erfordernisse bzw. Rahmenbedingungen zu klären. „Wir möchten im Sinne einer optimalen
medizinischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger gemeinsam eine gute Lösung finden“, so Landrat Elmar Stegmann.
Die Rotkreuzklinik hatte in der Woche zuvor vermeldet, dass sich das Insolvenzverfahren
nochmals verlängern wird und die Belegungszahlen aktuell sehr niedrig sind. Wie lange
das Verfahren noch dauert, kann von der Geschäftsführung der Klinik aktuell nicht
abgeschätzt werden. Diese Zeit möchten die Mitglieder des Beirats und die Verwaltung
nutzen, um die erforderlichen Prüfungen des Konzepts zur Notfallversorgung durchführen
zu lassen. Die Verwaltung hat für die fachlich-medizinische Prüfung die Bayerische
Krankenhausgesellschaft vorgeschlagen, bei der sowohl der Bayerische Landkreistag als
auch das Bayerische Rote Kreuz, vertreten durch die Schwesternschaft, Mitglied sind.
Zur aktuellen Auslastung der Notaufnahmen haben im Beirat Vertreter der Asklepios Klinik
Lindau, der Oberschwabenklinik Wangen und der Rotkreuzklinik Lindenberg berichtet. Die
Patientenzahlen an der Notaufnahme der Rotkreuzklinik haben sich demnach – nach
einem starken Einbruch – in den letzten Wochen wieder stabilisiert. Die beiden anderen
Kliniken verzeichnen seit Anfang des Jahres Zuwächse und haben ihre Kapazitäten
entsprechend angepasst.
In der aktuellen Beiratssitzung hat Landrat Elmar Stegmann außerdem über den aktuellen
Stand zum länderübergreifenden Gutachten informiert: „Es finden aktuell laufend
Abstimmungstermine statt. Wir kommen dabei gut voran und rechnen mit ersten
Ergebnissen nach den Sommerferien.“ Es sollen auch zeitnah erneut Gespräche mit
Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention und
des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg
stattfinden, da für ein solches Projekt auf beiden Seiten gesetzliche Änderungen
notwendig sind und Fragen der Krankenhausfinanzierung geklärt werden müssen. „Wir
müssen dem Strukturwandel aktiv begegnen und für unsere Region ist eine enge
Verzahnung über Landkreisgrenzen hinweg sinnvoll. Ich freue mich über die offene
Zusammenarbeit und das große Engagement aller beteiligten Landkreise und Kliniken bei
diesem richtungsweisenden Projekt“, so der Landrat.

