München warnt nach Serie von Spiegelglassdiebstählen vor allem im Osten

Alfred Ingerl
6 Minuten Lesezeit

Polizei registriert gehäufte Diebstähle von Außenspiegelgläsern in München

Seit Jahresbeginn bis zum 6. August 2026 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München insgesamt 159 Fälle von entwendeten Außenspiegelgläsern an Pkw angezeigt. Die Taten ereigneten sich über das gesamte Stadtgebiet, ein Schwerpunkt zeigt sich jedoch im Münchner Osten, vor allem in Giesing, Harlaching und Bogenhausen.

Nach Angaben der Polizei griffen Täter häufig abgestellte Fahrzeuge in derselben Straße an und entfernten überwiegend nur die Spiegelgläser. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand werden die Gläser mit einem einfachen Werkzeug aus dem Spiegelgehäuse gelöst. Betroffen sind vor allem Fahrzeuge der Marke BMW, vereinzelt auch Modelle anderer Hersteller. Die Diebstähle finden nach bisherigen Erkenntnissen vorwiegend in den Nachtstunden statt; die betroffenen Fahrzeuge standen sowohl am Fahrbahnrand als auch in Tiefgaragen.

Durch die Taten entstand bislang ein Gesamtentwendungs- und Sachschaden im sechsstelligen Euro-Bereich. In Einzelfällen wurden zusätzlich weitere hochwertige Fahrzeugteile, darunter im Kühlergrill verbaute Abstandssensoren, entwendet. Die Ermittlungen lassen auf ein gehäuftes Deliktsphänomen im Bereich des Polizeipräsidiums München schließen; bundesweit treten solche Fälle vor allem in Ballungsräumen auf.

Das Kommissariat 54 hat die zentralen Ermittlungen für alle Fälle in München übernommen und bittet um Hinweise von möglichen Zeugen.

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Festnahmen nach Wohnungseinbruch und Angriff auf Polizeibeamte

In Bogenhausen wurden am Abend des 4. August zwei Tatverdächtige nach einem versuchten Einbruch in ein Reihenhaus festgenommen. Ein Bewohner hatte gegen 21:40 Uhr Geräusche bemerkt und eine geöffnete Terrassentür sowie zwei dunkel gekleidete Personen auf der Terrasse gesehen. Als die mutmaßlichen Täter die Örtlichkeit verließen, alarmierte der Bewohner die Polizei. Im Rahmen der Fahndung nahmen Beamte in der Nähe zwei Männer albanischer Staatsangehörigkeit im Alter von 25 und 26 Jahren ohne festen Wohnsitz in Deutschland fest. Sie wurden wegen des versuchten Einbruchsdiebstahls und einer Sachbeschädigung angezeigt. Das Kommissariat 53 prüft, ob die Männer für weitere ähnliche Delikte in Frage kommen; ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl.

Bereits am 3. August kam es in Untergiesing-Harlaching zu einer Festnahme nach einem Vorfall in einem Krankenhaus. Eine 38-jährige Frau hatte sich dort ohne berechtigtes Interesse aufgehalten und trotz Aufforderung durch Krankenhauspersonal das Gebäude nicht verlassen. Mehrere Streifen trafen die Frau an, forderten sie erneut auf zu gehen; daraufhin schlug sie nach den Beamten und beleidigte sie verbal. Die Frau wurde zu Boden gebracht, gefesselt und zeigte später erneut trittartige Angriffe in Richtung der Einsatzkräfte. Ein Beamter wurde dabei leicht verletzt und blieb dienstfähig. Gegen die 38-Jährige wird wegen Angriffs und Widerstands gegen Polizeibeamte sowie wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt; wegen unklarer Wohnsitzverhältnisse wurde sie kurzzeitig in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums gebracht und am Folgetag entlassen. Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 26.

Weitere Polizeieinsätze: schwere Verletzung, Unfall und Präventionsmaßnahmen

In Gräfelfing wurde in der Nacht zum 5. August ein 17-Jähriger festgenommen, nachdem er einen 30-jährigen Bewohner mit einem mitgeführten Messer am Rücken verletzt hatte. Zuvor war es in einem Treppenhaus nach dem Öffnen einer Wohnungstür zu einem verbalen Streit gekommen; beide Personen gingen zu Boden und der 30-Jährige wurde vor Ort behandelt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Der 17-Jährige wurde wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt und der Haftanstalt des Polizeipräsidiums überstellt; das Kommissariat 25 führt die weiteren Ermittlungen.

Am 5. August verursachte eine 42-jährige Fahrerin auf der Dachauer Straße in Ludwigsfeld einen Unfall, bei dem ihr BMW zunächst mit einer Betonwand kollidierte und anschließend mit einem weiteren Pkw zusammenstieß. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine akute medizinische Problematik das Fahrverhalten erklärt haben. Beide Fahrzeugführer wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Die Unfallstelle musste stadtauswärts komplett gesperrt werden, es entstand ein Gesamtschaden von über 70.000 Euro. Die Münchner Verkehrspolizei ermittelt.

Die Kriminalpolizei bearbeitet außerdem einen Trickbetrug aus dem Juni: Ein über 70-jähriger Mann ließ sich in einem Supermarkt von zwei Frauen ansprechen, die sich als Haushaltshilfen ausgaben; in der Folge übergab der Mann mehrere Male Bargeld, das nicht zurückgezahlt wurde. Das Kommissariat 61 hat die Ermittlungen aufgenommen und weist besonders ältere Bürgerinnen und Bürger darauf hin, keine unbekannten Dienstleister in die Wohnung zu lassen, wenn sie auf der Straße oder auf Märkten angesprochen werden.

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Zur Verbesserung der Sicherheitslage im Innenstadtbereich hat das Polizeipräsidium München am 6. August im Nußbaumpark einen mobilen Videoturm in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über ferngesteuerte Richtungs- und Zoomfunktionen sowie eine 360-Grad-Panoramakamera; die verschlüsselten Videodaten werden an die Einsatzzentrale übertragen. Die Maßnahme ist Teil des Maßnahmenpakets der Taskforce Bahnhofsviertel und ergänzt verstärkte polizeiliche Präsenz sowie städtebauliche, ordnungsrechtliche und sozialpräventive Schritte. Polizeipräsident Thomas Hampel sagte: „Der Nußbaumpark ist in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus polizeilicher Maßnahmen gerückt. Unser Ziel ist es, die Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger weiter zu erhöhen und Straftaten konsequent zu verhindern beziehungsweise aufzuklären. Grundsätzlich sind unsere uniformierten Videotürme dabei ein weiterer wichtiger Baustein unseres Sicherheitskonzepts im Innenstadtbereich. Einer davon steht jetzt auch im Nußbaumpark. Sie unterstützen unsere Einsatzkräfte bei der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung und tragen gleichzeitig dazu bei, das Sicherheitsgefühl der Menschen im öffentlichen Raum nachhaltig zu stärken.“

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Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.