Richterbund begrüßt verpflichtende Speicherung von IP-Adressen

Der Deutsche Richterbund hat die geplante Speicherpflicht für IP-Adressen begrüßt und weitere Schritte zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch gefordert.

Netzwerk-Patchpanel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

“Bei Internet-Straftaten wie Kinderpornografie ist die IP-Adresse oftmals der einzige, aber immer der schnellste Ermittlungsansatz, um Tatverdächtige aufzuspüren und Opfer aus einer womöglich andauernden Notlage zu befreien”, sagte Richterbund-Hauptgeschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). “Ohne die Möglichkeit einer verlässlichen Zuordnung von IP-Adressen zu den Anschlussinhabern laufen Ermittlungen häufig ins Leere.”

Neben der nationalen Speicherpflicht für IP-Adressen brauche es aber auch einen Neuanlauf für die freiwillige Chatkontrolle gegen Kindesmissbrauch auf europäischer Ebene, so Rebehn. Die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen sollten sich in Brüssel dafür einsetzen, dass Messengerdienste weiterhin rechtssicher Missbrauchsdarstellungen in Chats identifizieren und melden dürften. Die Regelung ist Anfang April ausgelaufen.

Die Staatsanwaltschaften seien alarmiert und befürchteten erhebliche Strafverfolgungslücken, wenn die US-Plattformen künftig keine Hinweise auf Kindesmissbrauch mehr über das National Center for Missing and Exploited Children an EU-Strafverfolger weitergeben, warnte der Richterbund-Geschäftsführer.

Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch eine auf drei Monate befristete Speicherpflicht für IP-Adressen und zugehörige Port-Nummern beschließen. Datenschützer sehen den Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kritisch.

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

Schlägereien in der Augsburger Innenstadt: Polizei ermittelt gegen 13 Personen nach Einsatz von Waffen

Auseinandersetzung in der Augsburger Innenstadt endet mit Festnahme Am Sonntag,...

Bundesregierung weitet Entlastungsprämie aus

Die Bundesregierung will Arbeitnehmer mit der Entlastungsprämie deutlich stärker...

Jugendliche rauben Senior in Stadtbergen aus – Festnahme und Haftbefehl erlassen

Am Montagmorgen, den 20. April 2026, ereignete sich in Stadtbergen ein Raubüberfall auf der Pferseer Straße. Gegen 09:45 Uhr baten zwei Jugendliche im Alter von 14 und 17 Jahren einen 89-jährigen Mann, sein Geld zu wechseln. Als der Mann seinen Geldbeutel hervorholte, entrissen die Jugendlichen ihm diesen und flohen.

Brand in Autowerkstatt in Ellgau: Feuerwehr löscht Feuer, Kripo ermittelt Ursache

Ellgau - Am Dienstag, den 21. April 2026, brach...

Polizeibericht Augsburg und Region vom 21.04.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg und Region von heute