Für die ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH gibt es keine Zukunftslösung. Nach einem mehrwöchigen Investorenprozess konnte kein Käufer für das traditionsreiche Druckunternehmen gefunden werden. Der Gläubigerausschuss hat deshalb einer geordneten Betriebsschließung zugestimmt. Die Produktion wird noch bis Ende August 2026 fortgeführt, um bestehende Kundenaufträge vollständig abzuwickeln.
Investorensuche bleibt erfolglos
Seit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung Ende März hatte Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn gemeinsam mit seinem Team Gespräche mit mehreren Interessenten geführt. Zuletzt ruhte die Hoffnung auf einem verbliebenen Investor, der jedoch ebenfalls abgesagt hat.
„Wir haben in den vergangenen Wochen intensive Gespräche mit potenziellen Investoren geführt und verschiedene Fortführungsszenarien geprüft. Das wirtschaftliche Umfeld ist derzeit jedoch schwierig, viele Investoren agieren sehr zurückhaltend. Leider konnten wir trotz aller Bemühungen keine Lösung erzielen, was wir sehr bedauern“, erklärt Georg Jakob Stemshorn.
Rund 100 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz
Die Beschäftigten wurden in einer Mitarbeiterversammlung über die Entscheidung informiert. Für die rund 100 Mitarbeiter bedeutet die Schließung den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Gemeinsam mit dem Betriebsrat wurden ein Sozialplan und ein Interessenausgleich vereinbart.
Schwierige Lage in der Druckbranche
Die ADV ist auf die Produktion von Katalogen, Magazinen, Mailings und Werbesendungen spezialisiert. Nach Angaben der Geschäftsführung leidet die gesamte Branche seit Jahren unter rückläufigen Auftragszahlen.
Geschäftsführer Alexander Hetzger erklärt: „Die vergangenen Jahre waren für die gesamte Branche sehr herausfordernd. Der Markt für Druckerzeugnisse verzeichnet seit längerem kontinuierliche Rückgänge.“
Zugleich dankte er den Beschäftigten für ihren Einsatz: „Die Nachricht ist für uns alle sehr bedauerlich. Mein persönlicher Dank gilt insbesondere unserer Belegschaft, die das Unternehmen über viele Jahre mit großem Engagement begleitet hat. Gemeinsam werden wir nun die verbleibenden Aufträge zuverlässig abwickeln.“

