33-Jähriger auf Einödhof bei Breitenbrunn erschossen – Kripo setzt nach „Aktenzeichen XY“ auf neue Hinweise

Foto: BKA
Alfred Ingerl
3 Minuten Lesezeit

Der gewaltsame Tod von Daniel Emminger beschäftigt die Ermittler weiterhin. Mehr als ein Jahr nach dem Verbrechen wurde der bislang ungeklärte Fall am Mittwochabend (29. Juli) in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“vorgestellt. Die Kriminalpolizei Memmingen hofft dadurch auf neue Zeugenhinweise.

 

Auf abgelegenem Hof erschossen

Der 33-Jährige lebte auf einem gepachteten Einödhof im Weiler Kunzach bei Breitenbrunn im Landkreis Unterallgäu. Dort hatte er den Verein „Autarkia Naturnah“ gegründet, der sich mit Selbstversorgung und alternativen Lebenskonzepten beschäftigte.

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In der Nacht zum 1. April 2025 wurde Emminger auf seinem Anwesen getötet. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gehen die Beamten von einer vorsätzlichen Tötung aus. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde eine Langwaffe – etwa ein Gewehr – verwendet. Zwar konnten am Tatort Geschosse beziehungsweise Projektilteile gesichert werden, die Tatwaffe ist jedoch bis heute nicht aufgefunden worden.

Die Ermittler vermuten, dass sich Täter und Opfer kannten.

Friedliebender Mensch mit besonderem Lebensstil

Nach Angaben von Freunden und Bekannten führte Daniel Emminger ein naturverbundenes und alternatives Leben. Er sei als offener, hilfsbereiter und charismatischer Mensch bekannt gewesen. Hinweise auf persönliche Feindschaften gebe es bislang nicht.

Der 33-Jährige war geschieden und Vater eines fünfjährigen Sohnes, zu dem er regelmäßigen Kontakt hatte. Sein abgelegener Hof verfügte weder über einen Strom- noch über einen Wasser- oder Kanalanschluss. Dort veranstaltete er gelegentlich kleinere Treffen und Workshops rund um Themen wie Esoterik, Astrologie, Rutengehen und pflanzliche Essenzen.

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Nach Einschätzung der Ermittler könnten unter anderem Eifersucht, Neid oder die Ablehnung seines außergewöhnlichen Lebensstils als Motiv eine Rolle gespielt haben.

Hinweise auf erfahrenen Schützen

Die Sonderkommission „Waldrand“ geht davon aus, dass der tödliche Schuss innerhalb des Hauses abgegeben wurde. Aufgrund des verwendeten Kalibers müsse dabei ein extrem hoher Schalldruck entstanden sein. Deshalb halten es die Ermittler für möglich, dass der Täter einen Gehörschutz trug oder infolge des Schusses vorübergehend oder dauerhaft Hörprobleme erlitt.

Außerdem spricht nach Ansicht der Kriminalbeamten einiges dafür, dass der Täter Erfahrung im Umgang mit Schusswaffen hatte. Als mögliche Personengruppen werden unter anderem Jäger oder Sportschützen genannt.

Polizei sucht weiterhin Zeugen

Die Kriminalpolizei Memmingen bittet die Bevölkerung weiterhin um Mithilfe. Gesucht werden insbesondere Personen, die in der Nacht zum 1. April 2025 im Bereich Kunzach oder Breitenbrunn verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

Darüber hinaus interessieren sich die Ermittler für Hinweise auf verschwundene Gewehre, mögliche Entsorgungsorte der Tatwaffe, Personen mit einem plötzlich aufgetretenen Hörschaden sowie Informationen über nicht registrierte Jagdwaffen oder alte Gewehre aus Kriegszeiten. Auch Hinweise zu einem möglichen Tatmotiv oder zu einem Tatverdächtigen könnten für die Aufklärung entscheidend sein.

Mit der Ausstrahlung des Falls bei „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ erhofft sich die Kriminalpolizei nun neue Erkenntnisse, die den bislang ungeklärten Mordfall entscheidend voranbringen.

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Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.