Starke Defensive, variabler Angriff und ein souveräner Heimsieg: Die BG Hessing Leitershofen/Stadtbergen bestätigt ihre Topform in der 2. Basketball Bundesliga.
Die BG Hessing Leitershofen/Stadtbergen bleibt in der BARMER 2. BASKETBALL BUNDESLIGA weiter auf Erfolgskurs. Am Samstagabend bezwangen die Kangaroos den Tabellenzweiten Orange Academy Ulm vor 850 Zuschauern in der Stadtberger Sporthalle verdient mit 92:78. Nach dem überzeugenden Auftritt in Fellbach zeigte das Team damit erneut eine sehr starke Leistung.
Zu Beginn der Partie taten sich die Gastgeber kurzzeitig schwer und lagen im ersten Viertel einige Male knapp zurück. Mit dem Ausgleich durch Zion Richardson zum 13:13 kippte jedoch das Momentum. Brain Dawson legte direkt vier Punkte nach und von diesem Moment an übernahm die BG endgültig die Kontrolle – eine Ulmer Führung sollte es danach nicht mehr geben.
Überragendes erstes Viertel und starke Centerleistung
Die verbleibenden Minuten des ersten Abschnitts gerieten zu einer Demonstration der Stadtberger Stärken. Aggressive Verteidigung, viele Ballgewinne und Rebounds sowie schnelles Umschaltspiel sorgten für große Begeisterung auf den Rängen. Das Resultat: ein deutlicher 31:16-Viertelgewinn.
Auffällig war erneut die Vielseitigkeit im Offensivspiel. Distanzwürfe, energische Züge zum Korb und die konsequente Einbindung der Big Men wechselten sich harmonisch ab. Besonders Tom Alte profitierte davon: Der Center erhielt zahlreiche gute Anspiele, bedankte sich mit krachenden Dunkings und einer starken Trefferquote aus der Mitteldistanz – möglicherweise sein bislang bestes Spiel im Trikot der Kangaroos.
Auch im zweiten Viertel lief vieles nach Plan. Bis zur 13. Minute wuchs der Vorsprung auf 40:23 an. Danach zeigte Ulm jedoch, warum das Team zu Recht zur Tabellenspitze gehört. Interessant dabei: Nicht die hoch eingeschätzten Doppellizenzspieler, sondern Akteure aus der zweiten Reihe brachten die Gäste zurück ins Spiel. Allen voran der erst 15-jährige Marco Volf, der trotz seines jungen Alters und der lautstarken Kulisse völlig unbeeindruckt agierte und seine Klasse aufblitzen ließ.
Kontrolle nach der Pause und kalte Dreier im Schlussviertel
Nach dem Seitenwechsel bot sich den Fans ein ähnliches Bild. Die BG ließ defensiv nicht locker und zwang Ulm immer wieder zu schwierigen Würfen von außen. Mit nur 12 % Trefferquote von jenseits der 6,75-Meter-Linie blieben die Gäste deutlich unter ihrem sonstigen Niveau.
Offensiv fanden die Stadtberger weiterhin gute Lösungen und erspielten sich sehenswerte Abschlüsse. Der Vorsprung pendelte meist zwischen 15 und 18 Punkten, auch wenn Ulm immer wieder verkürzen konnte und kämpferisch dagegenhielt. Besonders Center Endi Aiyamenkhue ragte heraus: Der 18-Jährige stand 36 Minuten auf dem Parkett, erzielte 23 Punkte und sicherte sich 11 Rebounds. Es braucht wenig Fantasie, um sich vorzustellen, dass der Niederländer bald den nächsten Schritt Richtung BBL gehen könnte.
Mit einer 71:59-Führung ging es ins Schlussviertel. Dort bewiesen die Kangaroos Nervenstärke – ebenfalls ein positives Signal der vergangenen Spiele. Emmanuel Ansah und der an diesem Abend sehr starke Emanuel Womala trafen jeweils einen Dreier, womit die Partie endgültig entschieden war. Trotz des fünften Fouls und des damit verbundenen Ausscheidens von Center Clint Hamann blieb die BG stabil, rotierte breit und brachte den Vorsprung souverän ins Ziel. Der Sieg war am Ende auch in dieser Höhe absolut verdient.
Blick nach vorn: Nächste Bewährungsprobe in Ludwigsburg
Am kommenden Samstag wartet bereits die nächste schwere Aufgabe. Auswärts geht es zur PORSCHE BBA Akademie nach Ludwigsburg, aktuell Tabellendritter und spielerisch ähnlich ausgerichtet wie Ulm. Mit den gezeigten Leistungen der letzten beiden Wochen darf die BG jedoch selbstbewusst auftreten.
Ein Blick zurück zeigt die Brisanz: In der Hinrunde setzte es gegen Fellbach, Ulm und Ludwigsburg drei Niederlagen. Nun besteht die Chance, diese Serie komplett auszugleichen. In der Tabelle bleiben die Kangaroos zwar auf Rang sieben, doch der Kampf um die Play-off-Plätze ist enger denn je – sieben bis acht Teams liegen nahezu gleichauf. Das nächste Heimspiel steigt am 7. Februar gegen Erfurt.



