Der Landkreis Günzburg hat das Wintertheater Bubesheim und das Projekt „Geschichtsorte Günzburg“ des Maria-Ward-Gymnasiums mit seinem Kulturpreis ausgezeichnet.
Die Preisverleihung fand am vergangenen Montag in der Kreisheimatstube Stoffenried statt. Der Landkreis vergab die Auszeichnung zum dritten Mal. Sie würdigt Menschen und Projekte, die das kulturelle Leben in der Region bereichern.
Wintertheater engagiert sich in der Jugendarbeit
Das Wintertheater Bubesheim e.V. erhielt den Kulturpreis für sein langjähriges Engagement, insbesondere in der Jugendarbeit. Der Verein wurde 2006 gegründet und hat knapp 100 Mitglieder. Unter der langjährigen Leitung von Heidi Ortlieb und Kilian Trapp entstand ein vielfältiges Repertoire mit klassischen Märchen, musikalischen Familienproduktionen und selbst geschriebenen Stücken wie „Der Mondscheinkristall“ und „Herzlich willkommen bei den Hempels“.
Beim Wintertheater wirken Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren gemeinsam auf und hinter der Bühne mit. Viele Kinder sammelten dort ihre ersten Bühnenerfahrungen. Landrat Hans Reichhart hob zudem die Theaterworkshops von Sonja Radinger hervor, die die Nachwuchsarbeit des Vereins maßgeblich geprägt habe.
Bei der Inszenierung „Der Grauling – oder ein schrecklich grauer Tag“ arbeitete das Wintertheater 2019 mit der Lebenshilfe Donau-Iller zusammen. Menschen mit und ohne Behinderung standen dabei gemeinsam auf der Bühne. Die Aufführungen werden von den Mitwirkenden ehrenamtlich vorbereitet, unter anderem durch Proben, den Kulissenbau, das Nähen von Kostümen sowie Aufgaben in Technik und Organisation.
Schüler erforschen NS-Vergangenheit
Als weiterer Preisträger wurde das Projekt „Geschichtsorte Günzburg – Die NS-Vergangenheit Günzburgs digital erlebbar“ des Maria-Ward-Gymnasiums Günzburg ausgezeichnet. Schülerinnen und Schüler erforschten über mehrere Jahre, was während der Zeit des Nationalsozialismus in ihrer Heimatstadt geschah.
In Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum Günzburg entwickelten sie die App „Geschichtsorte Günzburg“. Diese führt zu knapp 40 historischen Orten und vermittelt deren Geschichte mit Texten und Hörspielen. Dafür recherchierten die Jugendlichen im Stadtarchiv, werteten Quellen aus und verfassten eigene Texte.
Kreisheimatpfleger Simon Paintner-Frei würdigte beide Preisträger als Beispiele dafür, wie Menschen in Vereinen, Schulen und Gemeinden Verantwortung übernehmen und das kulturelle Leben im Landkreis mitgestalten. Die App ist öffentlich zugänglich. Weitere Informationen gibt es unter fabulapp-museen-guenzburg.webapp.droidhosting.de.
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