Die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), mit dem Münchner Konzept in die weitere internationale Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele zu gehen, sorgt auch in Augsburg für positive Reaktionen. Die Fuggerstadt könnte mit dem Eiskanal und der WWK-Arena erneut Schauplatz olympischer Wettbewerbe werden.
Für Augsburg eröffnet sich damit die Perspektive, nach den Olympischen Spielen 1972 wieder Teil eines olympischen Projekts in Deutschland zu sein. Im Münchner Konzept sind bereits zwei Augsburger Sportstätten vorgesehen: der Olympiapark am Eiskanal für den Kanuslalom und die WWK-Arena für olympische Fußballspiele.
OB Freund sieht große Chancen für Augsburg
Oberbürgermeister Dr. Florian Freund begrüßt die Entscheidung des DOSB und sieht darin nicht nur eine sportliche, sondern auch eine wirtschaftliche Perspektive für die Stadt.
„Die Entscheidung des DOSB ist eine hervorragende Nachricht für Bayern, für unsere Region und für Augsburg. Mit dem Eiskanal und der WWK-Arena bringen wir zwei international anerkannte Standorte ein, die weit über den Sport hinaus wirken: für unsere Wirtschaft, für Investitionen, für moderne Infrastruktur und für die internationale Sichtbarkeit unserer Stadt. Olympische und Paralympische Spiele wären ein enormer Impuls für die Zukunft Augsburgs. Deshalb werde ich diesen Prozess persönlich und mit voller Kraft begleiten, damit unsere Stadt ihre Stärken einbringen kann.“
Eiskanal und WWK-Arena bereits Teil der Planungen
Mit dem Eiskanal verfügt Augsburg über eine weltweit bekannte Wettkampfstätte im Kanuslalom. Die Anlage war bereits bei den Olympischen Spielen 1972 Austragungsort und gilt bis heute als bedeutender Standort für den internationalen Kanusport.
Auch die WWK-Arena ist im Münchner Konzept fest eingeplant. Das Stadion des FC Augsburg soll bei Olympischen Spielen als Austragungsort für Fußballpartien dienen. Aus Sicht der Stadt bietet die Beteiligung am Konzept damit die Möglichkeit, ihre Erfahrung als Gastgeberin internationaler Sportveranstaltungen erneut unter Beweis zu stellen.
Darüber hinaus erhofft sich Augsburg langfristige Impulse für den Sport, die Infrastruktur und die weitere Entwicklung des Standorts. „Olympia daheim ist heute ein großes Stück näher gerückt. München geht für Deutschland an den Start – und Schwaben ist mit im Team. Die Vorstellung, dass die Weltelite wieder am Augsburger Eiskanal um olympische Medaillen kämpft, macht schon jetzt Gänsehaut“, erklärt so der aus dem Landkreis Augsburg stammende Staatsminister Dr. Fabian Mehring. „Wir können der Welt zeigen, was unsere Heimat auszeichnet: Ideen, die nach vorne führen, Menschen, die anpacken, und eine Gastfreundschaft, die von Herzen kommt.“
Stadt treibt Zukunft des Eiskanals voran
Unabhängig davon, wie das internationale Bewerbungsverfahren weitergeht, arbeitet die Stadt an der langfristigen Sicherung des Olympiaparks am Eiskanal. Der Stadtrat hat bereits grundsätzlich beschlossen, Regulierbauwerke einzubauen.
Damit soll gewährleistet werden, dass der Eiskanal auch bei Niedrigwasser dauerhaft ausreichend Wasser für Training und Wettkämpfe führen kann. Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Planungsphase. Gleichzeitig laufen Gespräche mit möglichen Fördergebern auf Landes- und Bundesebene.

Wurm: „Starker Impuls für Augsburger Sport“
Auch Sportreferent und Zweiter Bürgermeister Dirk Wurm sieht in der möglichen Olympia-Ausrichtung eine zusätzliche Perspektive für den Augsburger Sport.
„Der Eiskanal ist ein einzigartiges Aushängeschild unserer Sportstadt und eine der bedeutendsten Kanusportanlagen weltweit. Deshalb arbeiten wir konsequent daran, seine Zukunft langfristig zu sichern. Eine positive Perspektive für Olympische und Paralympische Spiele in unserer Region würde die Bedeutung dieser Investition zusätzlich unterstreichen und wäre ein starker Impuls für den Kanusport und viele weitere Sportarten in Augsburg.“
Nächste Hürde wartet auf internationaler Ebene
Mit der Entscheidung für München ist das nationale Auswahlverfahren des DOSB abgeschlossen. In Baden-Baden setzte sich das Münchner Konzept gegen die Bewerbung aus der Region Köln/Rhein-Ruhr durch. Geprüft wurden unter anderem die sportliche und organisatorische Eignung, Nachhaltigkeit, Finanzierung sowie die gesellschaftliche und politische Akzeptanz. “Nun fiebern wir zusammen mit unserem Olympia-Kandidaten auf dieses Großereignis hin. Wir gehen mutig voran: Deutschland kann Olympia. Wir packen jetzt gemeinsam die internationale Bewerbung an.“, gibt Bundeskanzler Friedrich Merz die Richtung an.
Nun beginnt die nächste Phase im Austausch mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Deutschland befindet sich bereits im sogenannten „Continuous Dialogue“. In den kommenden Jahren sollen die Pläne weiter konkretisiert und mit dem IOC abgestimmt werden. Erfüllt die Bewerbung die entsprechenden Voraussetzungen, könnte anschließend der sogenannte „Targeted Dialogue“ folgen.
Eine endgültige Entscheidung über die Vergabe der Spiele ist damit noch nicht gefallen. Als mögliche Austragungsjahre für Olympische und Paralympische Sommerspiele in Deutschland stehen derzeit 2036, 2040 oder 2044 im Raum. Der Bayerische Sportminister Joachim Herrmann kündigte aber bereits an, dass München und Bayern nun gemeinsam mit dem DOSB und allen weiteren Beteiligten alles daransetzen werden, diese deutsche Olympiabewerbung erfolgreich weiterzuführen. „Unser Ziel steht: Olympische und Paralympische Spiele wieder nach Deutschland holen.“

