Um den Schiffsverkehr im Persischen Golf zu sichern, erwägt die Nato, eine Marine-Mission in die Region zu schicken. Das berichtet das „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf europäische Diplomaten in Brüssel.
Nato-Hauptquartier (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
„Es spricht vieles dafür, das als Nato-Mission zu organisieren“, hieß es demnach in Nato-Kreisen. Zu den Vorteilen einer Nato-Mission gehöre, dass die USA in den Einsatz eingebunden wären. Zugleich würde das Bündnis den USA beweisen, dass es weiterhin wertvoll sei. Eine Idee wäre demnach, die Mission zunächst als „Koalition der Willigen“ zu starten und dann auf dem Nato-Gipfel im Juli in Ankara in die Kommandostrukturen der Allianz zu überführen.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte wollte sich noch am Mittwoch im Weißen Haus mit US-Präsident Donald Trump treffen und dabei versuchen, den Streit unter den Bündnispartnern über den Irankrieg zu schlichten. Die mögliche Nato-Mission in der Straße von Hormus könnte der „Tribut“ sein, der nötig sei, um Trump zu besänftigen, hieß es in Kreisen der Allianz. Trump hatte zuletzt mit dem Austritt aus der Nato gedroht.
Laut „Handelsblatt“ befinden sich die Gespräche über den Marineeinsatz noch in einem frühen Stadium. Viele Aspekte seien noch unklar, hieß es. Vor allem wisse niemand, ob die Waffenruhe halten werde. Dennoch dürften die Gespräche über einen Einsatz in den nächsten Tagen an Dynamik gewinnen, hieß es weiter.




