CDU und SPD in Rheinland-Pfalz stellen Koalitionsvertrag vor

Knapp sechs Wochen nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz haben sich CDU und SPD in dem Bundesland auf eine Koalitionsregierung geeinigt. CDU-Landeschef Gordon Schnieder, der neuer Ministerpräsident wird, stellte das gemeinsame Programm am Nachmittag mit dem derzeitigen Amtsinhaber Alexander Schweitzer (SPD) vor.

Landtag von Rheinland-Pfalz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Demnach soll die frühkindliche Bildung gestärkt und der Übergang von der Kita in die Schule neu gestaltet werden, unter anderem durch Sprachtests, verpflichtende Sprachförderung im Kita-Alter und ein stärker fokussiertes Vorschuljahr. Zudem sollen Grundschullehrkräfte künftig nach A13 bezahlt werden, es soll konsequent gegen Gewalt an Schulen vorgegangen und verpflichtende Praktika in der Mittel- und Oberstufe eingeführt werden.

Im Bereich der inneren Sicherheit ist eine Aufstockung der Polizei auf rund 10.000 Kräfte mit zusätzlichen Einstellungen vorgesehen, ebenso eine höhere Polizeizulage und der rechtssichere Einsatz KI-gestützter Videoüberwachung.

In der Migrationspolitik setzen CDU und SPD auf die Begrenzung irregulärer Migration, konsequente Rückführungen, eine Verteilung nur bei realistischer Bleibeperspektive sowie verpflichtende Integrations- und Sprachkurse.

Infrastrukturmaßnahmen wie die Sanierung von Straßen und Brücken sollen Priorität erhalten, langfristig sollen Straßenausbaubeiträge abgeschafft werden. Das Ehrenamt soll durch Prämien, Unterstützung beim Führerscheinerwerb und durch Entlastungen für Vereine gestärkt werden.

Landwirtschaft und Umwelt sollen in einem gemeinsamen Ministerium gebündelt werden. Finanzpolitisch wird ein stabiler, investitionsorientierter Haushalt angestrebt, ergänzt durch Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung, ein Digitalbudget und umfassende Verwaltungsmodernisierung.

Kommunen sollen ab 2027 mehr Mittel erhalten, ergänzt durch Reformen bei Förderprogrammen und eine faire Altschuldenregelung. Im Wohnungsbau sollen sozialer Wohnraum und generationengerechtes Wohnen gefördert werden, inklusive Mieterschutzverordnung.

In der Arbeitswelt planen CDU und SPD ein modernes Landestariftreuegesetz und setzen sich auf Bundesebene für Reformen ein. Weitere Vorhaben umfassen eine neue Kinderschutzstrategie, den Ausbau der “Gemeindeschwester Plus”, wirtschaftliche Impulse durch Ansiedlungsförderung, bessere Bedingungen für Auszubildende, ein Bürgerenergiegesetz sowie Fortschritte beim Klimaschutz.

Im Gesundheits- und Wissenschaftsbereich sollen Regiokliniken gestärkt, Medizinstudienplätze erhöht, ein Hebammenbonus eingeführt und eine Hightech-Agenda vorangetrieben werden. Ergänzend wird die Bildungspolitik durch stärkere Sprachförderung, Reformen im Aufnahmegesetz und die Stärkung der Realschule plus sowie Investitionen in Schulbau und berufsbildende Schulen weiterentwickelt.

Das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen muss noch von beiden Parteien bestätigt werden. Bei der SPD ist dafür für Samstag ein Landesparteitag geplant, die CDU will ebenfalls am Samstag einen “Landesparteiausschuss” entscheiden lassen.

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

49-Jähriger nach bewaffneter Auseinandersetzung in Augsburg festgenommen

In der Augsburger Jakobervorstadt kam es am Montagabend (27.04.2026) zu einem Zwischenfall, der die Anwohner erschreckte. Ein 49-jähriger Mann geriet auf der Jakoberstraße gegen 19:15 Uhr mit zwei anderen Männern in einen heftigen Streit. Grund für die Auseinandersetzung war der Vorwurf des 49-Jährigen, dass die beiden Männer seinen Rucksack gestohlen hätten.

Polizeibericht Augsburg und Region vom 29.04.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg und Region von heute

Polizeibericht Augsburg vom 28.04.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg von heute

Auseinandersetzung in Augsburger Café: Zwei Leichtverletzte nach Angriff durch Unbekannte

Am Sonntag, dem 26. April 2026, kam es in einem Café in der Augsburger Steingasse zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung.