Am Mittwoch wurde ein Bürger gegen 17:00 Uhr auf zwei gefälschte Wahlplakate der Grünen an deren Parteibüro in der Donauwörther Kapellstraße aufmerksam. Die Plakate waren mit dem Parteilogo versehen und in der Machart an das übliche Design der Grünen angelehnt. Allerdings enthielten sie Text mit volkverhetzendem Inhalt (wir berichteten). Heute Abend bekannte sich in einer E-Mail die rechtsgerichtete „Identitäre Bewegung Augsburg“ gegenüber Presse Augsburg zu der Aktion.

6615 "Identitäre Bewegung Augsburg" bekennt sich zu Plakataktion an Grünen-Parteibüro Donauwörth Augsburg Stadt Donau-Ries News Newsletter Polizei & Co Donauwörth Grüne Donau Ries Identitäre Bewegung Augsburg Plakate | Presse Augsburg
Die „Identitäre Bewegung Augsburg“ bekannte sich gegenüber Presse Augsburg zu der Aktion

In der E-Mail heißt es unter anderem:

„Damit Sie und Ihre Kollegen ruhig schlafen können, teilen wir hiermit mit, dass wir, die Aktivisten der Identitären Bewegung Augsburg, der Schalk in dieser höchst brisanten Plakataktion sind. Aber wir lassen uns keine Angst machen und beziehen hiermit Stellung. Denn eine mutige Gesellschaft zehrt von Meinungsaustausch und Anschauungsdiversität…“

und weiter 

„Genau diese Haltung ist die Intention hinter unserer kleinen und künstlerischen Aktion. Wir Aktivisten der IB Augsburg haben eine gefährliche Tendenz bei den Grünen mit den Sprüchen „Tod dem weißen, deutschen Manne“ oder „Nazis bekämpfen mit allen Mitteln“ überspitzt und satirisch dargestellt und bis zur Stellungnahme Lettenbauers gab es nur wenige, die an der Authentizität der Plakate gezweifelt haben. Diese Tatsache spricht Bände, nicht für uns, sondern für die „attackierte“ Partei.““

Es bleibt abzuwarten, welche juristische Folgen die Aktion hat. Der Kreisverband der Grünen hat bereits vor Bekanntwerden des Bekennerschreibens Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Neben der Kriminalpolizei Dillingen ermittelt auch der der Staatsschutz.

Als Identitäre Bewegung (auch Identitäre Generation, kurz Identitäre) bezeichnen sich mehrere aktionistische, völkisch orientierte Gruppierungen, die ihrem Selbstverständnis nach die Ideologie des „Ethnopluralismus“ vertreten. Sie gehen von einer geschlossenen, ethnisch homogenen „europäischen Kultur“ aus, deren „Identität“ vor allem von einer „Islamisierung“ bedroht sei. Fachjournalisten, Wissenschaftler und Verfassungsschützer beschreiben solche Vorstellungen als „Rassismus ohne Rassen“ und ordnen die Gruppen dem Rechtsextremismus zu.