Bereits in den vergangenen Tagen starteten bei gutem Wetter zahlreiche motorisierte Zweiradfahrer in die neue Saison. Vor diesem Hintergrund führt die Motorradkontrollgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ab sofort wieder Schwerpunktkontrollen durch, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.
Kampagne zur Erhöhung der Verkehrssicherheit
Spätestens seit dem 1. April geht für die Mehrheit der Kradfahrer mit Saisonkennzeichen die Fahrt auf zwei Rädern wieder los. Der Saisonstart erfordert allerdings besondere Aufmerksamkeit sowohl bei den Motorradfahrern als auch bei allen anderen Verkehrsteilnehmern.
Aufgrund der in der Vergangenheit regelmäßig auffälligen Unfallzahlen und der positiven Erfahrungen in den letzten Jahren führen Beamtinnen und Beamte des Präsidiums erneut zielgerichtete Motorradkontrollen durch. Diese Kontrollen finden einerseits auf den beliebten Motorradausflugsstrecken, aber auch ganz bewusst im Rahmen der täglichen Streifenfahrten abseits der Ausflugszeiten und -örtlichkeiten statt.
Effiziente Kontrollgruppe für mehr Sicherheit
Als effizientes Mittel, um die Zielgruppe der Motorradfahrer sowohl präventiv zu erreichen als auch Verhaltensverstöße und technische Manipulationen zu bekämpfen, hat sich in den vergangenen Jahren die Kontrollgruppe Motorrad etabliert.
Die Beamtinnen und Beamten der Kontrollgruppe führten 2025 mehr als 1800 Kontrollen durch. Dabei beanstandeten sie 798 Kraftradfahrer und damit knapp 44 Prozent der kontrollierten Verkehrsteilnehmer. 90 Fahrerinnen und Fahrer durften ihre Fahrt primär aufgrund technischer Manipulationen an ihren Gefährten nicht fortsetzen und mussten das Zweirad noch vor Ort abstellen.
In der Motorradsaison 2025 lag mitunter ein Schwerpunkt bei der Überwachung von Geschwindigkeitsverstößen. Die Beamtinnen und Beamten der Kontrollgruppe Motorrad waren deshalb mehrfach mit zivilen Krädern unterwegs, die mit einer entsprechenden Video- und Messtechnik ausgestattet sind. Insgesamt stellten sie so 49 Geschwindigkeitsverstöße fest und ahndeten diese.
Unfallzahlen und Sicherheitstipps
Die Verkehrsunfallzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr 2024 um 14 Verkehrsunfälle im Jahr 2025 auf 536 Motorradunfälle gestiegen, wobei hierbei neun Motorradfahrer tödlich verunglückten. Die Anzahl der verletzten Motorradfahrer stieg von 454 im Jahr 2024 auf 457 im Jahr 2025, liegt aber ebenfalls noch deutlich unter dem Zehnjahres-Höchstwert aus 2018, als 539 Motorradfahrer bei Unfällen verletzt wurden.
Nach wie vor ist es eine Tatsache, dass Motorradfahrer neben Kindern, Fußgängern und Radfahrern die Hauptunfallrisikogruppe bei schweren Verkehrsunfällen bilden. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall als motorisierter Zweiradfahrer verletzt zu werden, ist viermal höher als bei einem Fahrzeuginsassen. Fast alle Unfälle mit Beteiligung eines Motorrades haben Verletzungen des Zweiradfahrers zur Folge.
Die Hauptunfallursachen bei Motorradunfällen sind nach wie vor eine nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit, Kurvenschneiden, sowie Fehler beim Überholen. Mehr als jeder zweite beteiligte Motorradfahrer verursachte seinen Unfall selbst. So führte das Präsidium bei 536 Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Motorradfahrern insgesamt in 341 Fällen den Zweiradfahrer als Hauptverursacher.
Mit dem Start der Motorradsaison erinnert die Polizei alle Verkehrsteilnehmer daran, dass ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein im Straßenverkehr unerlässlich ist. Zu Beginn der neuen Saison müssen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger erst wieder an die vermehrte Präsenz von Zweiradfahrern gewöhnen. Motorräder besitzen aufgrund ihrer schmalen Silhouette und hohen Geschwindigkeit das Risiko, leicht übersehen oder falsch eingeschätzt zu werden. Deshalb ist ein besonderes Augenmerk auf die Kradfahrer geboten.
Gleichzeitig richtet die Polizei ihre Empfehlungen auch an die motorisierten Zweiradfahrer: Viele von ihnen haben nach der Winterpause noch nicht die gewohnte Routine wiedergefunden, weshalb ein angepasster, defensiver Fahrstil dringend angeraten wird. Ein Fahrsicherheitstraining stellt dabei eine effektive Möglichkeit dar, schnell wieder Sicherheit und Fahrpraxis zu erlangen. Solch ein Training optimiert das eigene Fahrverhalten und verringert so mit das Unfallrisiko. Durch gegenseitige Rücksichtnahme, ausreichend Abstand und vorausschauendes Fahren können alle Beteiligten zu einer sicheren und reibungslosen Saison beitragen.




