Ein Abend in den 1990ern | Musical “Pretty Woman” sorgt in Füssen für gute Unterhaltung

Foto: Marcel Götz
Dominik Mesch
4 Minuten Lesezeit

Ein Kinoklassiker feierte in der vergangenen Woche auf der Bühne des Festspielhauses Neuschwanstein. Mit “Pretty Woman” wird aktuell als Musical in Füssen unterhaltsam dargeboten.

Mit der Premiere am 09. Juni kehrte mit “Pretty Woman” wohl einer der bekanntesten Liebesfilme der 1990er Jahre als Musical auf die Bühne zurück.  Den Kinoklassiker mit Julia Roberts und Richard Gere kannten wohl die meisten der Zuhörer im bestens gefüllten Festspielhaus Neuschwanstein, von Beginn an durfte sie sich dort und mit dem Stück zu Hause fühlen. Eine Vielzahl der Dialoge wurden nahezu unverändert aus der Filmvorlage übernommen, in Gedanken konnte man so in zahlreichen Passagen gedanklich mitsprechen.

Eine Reise zurück in die 1990er Jahre

Die Reise zurück in die 90es und zurück in die Filmszenen machen wohl den Reiz der Produktion aus, die in Füssen gastiert. Die Liebesgeschichte von Vivian Ward und Edward Louis weckten Erinnerungen an Zeiten, als romantische Komödien die Menschen noch in die Kinos lockten und nicht nur als Stream auf dem Sofa verweilen ließen. Die Musicaladaption setzte bewusst auf diesen Wiedererkennungseffekt, auf eine umfangreiche Neuinterpretation der Handlung wurde offensichtlich bewusst verzichtet. Diesen Weg hätte man durchgänging nicht verlassen sollen.

Unterhaltung mit bekannten Schwächen

Wer sich solide Unterhaltung erhofft hatte, wurde nicht enttäuscht, auch wenn so manche humoristische Einlage zu bemüht wirkte. Manche Passage verlor dadurch den Charme der Kinovorlage. Der Produktion gelang es dennoch das Publikum über weite Strecken mitzunehmen und durch eine kurzweilige Erzählung gut zu unterhalten.

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Starke Leistungen auf der Bühne

Gesanglich präsentierte sich das Ensemble auf einem ordentlichen Niveau. Besonders hervorzuheben ist jedoch aus unserer Sicht die Darstellerin der Kit De Luca. Mit ihrer Bühnenpräsenz, ihrem Timing und ihrer stimmlichen Leistung setzte Sophie Reinicke einige der stärksten Akzente des Abends und stahl den Hauptfiguren nicht nur einmal die Show.

Sophie Reinicke zeigte eine starke Leistung | Foto: Luisa Neumann

Abwechslungsreiche Bilder und gelungene Kostüme

Auch das Bühnenbild überzeugte. Durch den geschickten Einsatz moderner Display-Technik entstanden abwechslungsreiche Szenenbilder, die den häufigen Ortswechseln der Handlung zugutekamen. Die Kostüme fügten sich stimmig in das Gesamtbild ein und transportierten den Glamour der Geschichte. Ein kleiner Wermutstropfen für die Cineasten unter dem Publikum bleibt allerdings: Ausgerechnet in der berühmten Polo-Szene wurde auf das ikonische Kleid von Vivian verzichtet. Die gewählte Alternative funktioniert zwar auf der Bühne, nimmt der Szene jedoch ein deutliches Stück ihres Wiedererkennungswertes.

„Pretty Woman – Das Musical“ erfindet die Story nicht neu, will das aber auch gar nicht. Die gesamte Produktion lebt von ihrer Nähe zum grandiosen Film, ihrer nostalgischen Wirkung und einem engagierten Ensemble. Wer den Kinoklassiker liebt und einen unterhaltsamen Abend mit einer romantischen Geschichte und gelungenem Bühnenzauber verbringen möchte, kommt in Füssen auf seine Kosten.

Noch bis 21.06.2026 ist “Pretty Woman – Das Musical” im Festspielhaus Neuschwanstein zu sehen. Die Karten sind im Vorverkauf erhältlich.

Weitere Informationen und Tickets unter www.das-festspielhaus.de

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Dominik Mesch ist freier Redakteur und Mitglied der Presse Augsburg-Redaktion.