Vor dem Amtsgericht Augsburg musste sich am Mittwoch ein Mann wegen umfangreicher Schmuggelaktivitäten verantworten. Der Angeklagte, ein deutscher Staatsbürger (geb. 1985), stand im Zusammenhang mit einer international agierenden Bande, die über mehrere Jahre hinweg exotische und geschützte Vogelarten nach Europa brachte.
Nach den Ermittlungen schloss sich der Mann spätestens 2017 mit zwei weiteren, inzwischen verstorbenen Beteiligten zusammen. Ziel der Gruppierung war der systematische Schmuggel von Vögeln aus Afrika in die Europäische Union.
Zwischen Dezember 2017 und Juli 2023 wurden in insgesamt 25 Fällen Vögel illegal eingeführt. Dabei arbeitete die Bande arbeitsteilig und nutzte teilweise gefälschte Dokumente, um etwa angeblich notwendige tierärztliche Behandlungen vorzutäuschen. Insgesamt gelangten so 27.403 Tiere in die EU. Unter ihnen befanden sich mindestens 563 besonders geschützte Arten im Sinne des Washingtoner Artenschutzübereinkommens.
Haft und umfangreiche Vorwürfe
Der Angeklagte befand sich im August 2023 vorübergehend in Untersuchungshaft. Ihm wurden gewerbs- und bandenmäßiger Schmuggel in 25 Fällen vorgeworfen, davon in zehn Fällen in Tateinheit mit Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie Urkundenfälschung.
Urteil nach Verständigung
Im Laufe des Verfahrens zeigte sich der bislang nicht vorbestrafte Mann geständig. Nach einer Verständigung wurde er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Als Auflage muss der Verurteilte 7.000 Euro an den Tierschutzverein Augsburg zahlen. Das Urteil ist derzeit noch nicht rechtskräftig. Aufgrund der Verständigung im Verfahren konnte kein Rechtsmittelverzicht ausgesprochen werden.





