Während es früher noch üblich war, die Vorteile einer offenen Beziehung im „stillen Kämmerlein“ zu genießen, stehen heutzutage viele Menschen dazu, sich in dieser Hinsicht ausleben zu wollen.

Es gibt sogar schon wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, ob der Mensch überhaupt dazu geschaffen sein kann, monogam zu leben.
Grundsätzlich muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, mit welchem Beziehungskonzept er sich wohlfühlt. Zudem gilt es, zu berücksichtigen, dass sich Vorlieben im Laufe der Zeit verändern können. Eventuell entdeckt ein Mensch erst Mitte 60, dass er keine Lust auf nur einen Partner oder eine Partnerin hat.
Die folgenden Abschnitte sollen eine offene Beziehung weder empfehlen noch verteufeln, sondern lediglich aufzeigen, mit welchen Tipps sich dieses Konzept noch ein wenig besser ausleben lässt.
Tipp Nr. 1: An den richtigen Orten nach dem passenden Partner für eine offene Beziehung suchen
Obwohl es heutzutage immer mehr Menschen gibt, die dazu stehen, nicht monogam leben zu wollen, gestaltet sich die Suche nach einem passenden Partner für ein solches Unterfangen oft kompliziert. Man kann Dating Apps dafür nutzen, jedoch auch viele Abende in Diskotheken verbringen und hoffen, dem passenden Gegenstück über den Weg zu laufen.
Im Zusammenhang mit letzterer Variante zeigt sich oft, dass es schwer ist, schnell und auf angenehme Weise zum wesentlichen Thema zu kommen. Wer im falschen Moment die falschen Worte findet, rutscht nicht selten in eine unangenehme Situation.
Die Suche nach einem Partner für eine offene Beziehung und/ oder einen Seitensprung über einschlägige Apps bietet den Vorteil, dass hier eigentlich jeder weiß, worauf er sich einlässt. Immerhin stehen die entsprechenden Anwendungen gewissermaßen unter einer „Überschrift“, die dafür sorgt, dass die Grundabsichten der angemeldeten User weitestgehend klar sein müssten.
Tipp Nr. 2: Sex und Liebe trennen
Wer sich für eine offene Beziehung entscheidet, sollte sich ehrlich (und bei Bedarf auch öfter) mit der Frage „Bin ich dazu bereit, Sex und Liebe zu trennen?“ auseinandersetzen. Hierbei handelt es sich um weitaus mehr als um einen Vorsatz, sondern vielmehr fast schon um eine Lebenseinstellung.
Oder anders: Es ist schlicht nicht möglich, sich selbst zwanghaft davon zu überzeugen, dass es „doch vollkommen unkompliziert ist“, Sex und Liebe auseinanderzuhalten, wenn das Herz etwas anderes sagt. Und genau das ist vollkommen in Ordnung.
Glücklicherweise scheinen viele Menschen mittlerweile besonders feine Antennen zu haben, wenn es darum geht, auf sich und ihre Bedürfnisse zu hören. Umfragen zufolge ist die Mehrheit der Menschheit mit ihrem Liebesleben zufrieden.
Damit dies genau so bleibt, ist es sinnvoll, sich gelegentlich bei sich selbst rückzuversichern und sich zu fragen, ob die Beziehung, in der man lebt, noch den eigenen Ansprüchen gerecht wird.
Tipp Nr. 3: Dem jeweils anderen Part Freiheiten zugestehen
In einer offenen Beziehung zu leben bedeutet unter anderem, nicht nur Freiheiten zu genießen, sondern auch dem Partner zuzugestehen. Wer besonders eifersüchtig ist, dürfte hiermit Probleme haben.
Aber: Eine offene Beziehung ist definitiv keine Einbahnstraße. Das bedeutet, dass beide (!) dazu berechtigt sein sollten, ihre Wünsche mit Hinblick auf andere Partner auszuleben – selbstverständlich verantwortungsvoll.
Wie umfangreich die entsprechenden Freiheiten sind, legt natürlich jedes Paar für sich selbst fest. Auch hier gilt, dass sich Missverständnissen oft besonders gut mit einer ausreichenden Kommunikation vorbeugen lässt. Ist es zum Beispiel „nur“ erlaubt, mit anderen zu flirten? Oder sind zudem Sex-Abenteuer abgesegnet? Und wenn ja: Welche Grundregeln gilt es, mit Hinblick auf Safer Sex zu berücksichtigen?
Obwohl es sich eventuell etwas „bürokratisch“ anhören mag: Je mehr Zeit sich ein Paar nimmt, um möglichst alle Details rund um die eigene, offene Beziehung abzuklären, desto besser.

Tipp Nr. 4: Auf die eigenen Gefühle hören
In diesem Punkt haben klassische, monogame und offene Beziehungen vieles gemeinsam. Wer auf lange Sicht glücklich werden möchte, sollte nicht nur mit seinem Partner über seine Wünsche reden, sondern sich auch darüber im Klaren sein, dass er alles Recht der Welt hat, selbst glücklich zu sein.
Manchmal zeigt sich anhand von „Kleinigkeiten“, dass etwas nicht stimmt. Stellenweise haben die betreffenden Personen sogar selbst Probleme damit, zu beschreiben, was sie stört. Die gute Nachricht ist jedoch, dass niemand dazu verpflichtet ist, sich zu erklären.
Manche Menschen ärgern sich darüber, wenn ihr Freund anderen Frauen hinterherschaut, andere haben hiermit kein Problem und echauffieren sich vielmehr über andere Themen des Alltags, wie hohe Ü-Ei Preise für Mädchen, den morgendlichen Stau und die Launen des Chefs.
Kurz: Jeder reagiert auf andere Dinge empfindlich und oft ist es das eigene Bauchgefühl, das dafür sorgt, dass die Emotionen hochkochen. Diejenigen, die sich – warum auch immer – in ihrer offenen Beziehung nicht mehr wohlfühlen, sollten sich dementsprechend nicht auf die Suche nach Erklärungen begeben, sondern stattdessen ihre Emotionen als das akzeptieren, was sie sind: Ein Warnsignal, das ihnen wahrscheinlich anzeigt, dass es an der Zeit für eine Veränderung ist.
Tipp Nr. 5: Ehrlich bleiben
Egal, ob in einer monogamen oder in einer offenen Beziehung: Ehrlichkeit und eine respektvolle Kommunikation können dabei helfen, im Alltag noch besser (und fairer) miteinander umzugehen.
Hierbei ist es vollkommen unerheblich, ob:
- einer der beiden Beteiligten auf einmal bemerkt, dass er keine Lust mehr auf eine offene Beziehung hat,
- sich einer von beiden verliebt hat,
- plötzlich eine dritte Person involviert wird, die dafür sorgt, dass die offene Beziehung beendet werden soll.
Ehrlichkeit ist immer angebracht, wenn es darum geht, sein Gegenüber zu respektieren. Der Umstand, dass beide in einer offenen Beziehung noch andere Partner und/ oder Affären haben, bedeutet nicht, dass Lügen den Alltag bestimmen müssen. Im Gegenteil! Zahlreiche Menschen, die in offenen Beziehungen leben, wissen vor allem ein offenes Wort zu schätzen.
Fazit
Offene Beziehungen erfreuen sich heutzutage einer besonderen Beliebtheit. Unter anderem deswegen, weil dieses Beziehungsmodell polygamen Menschen die Möglichkeit bietet, sich unter anderem auch in sexueller Hinsicht auszuleben.
Hierbei geht es jedoch auf keinen Fall darum, eine andere Person zu hintergehen und zu betrügen. Im Idealfall spielen diejenigen, die sich auf eine offene Beziehung eingelassen haben, mit offenen Karten. Und genau das ist möglicherweise das „Geheimnis“. Wer mit anderen Personen schläft, dies jedoch seinem Partner mitteilt, beugt oft gebrochenen Herzen vor. Zumindest dann, wenn beide von vornherein gewusst haben, worauf sie sich einlassen und einverstanden damit sind, dass ihnen ihr Partner – zumindest sexuell – nicht allein gehört.
Und dank der Tatsache, dass es heutzutage viele Apps und Plattformen gibt, auf denen Menschen mit entsprechenden Vorlieben zusammenfinden können, muss sicherlich niemand, der Lust auf einen Seitensprung oder eine offene Beziehung hat, lange allein bleiben.

