Deutsche Sicherheitsbehörden warnen vor iranischen Schläferzellen

Deutsche Sicherheitsbehörden sehen verstärkt das Risiko, dass der Iran nicht nur eigene Agenten, sondern auch kriminelle Helfer für Anschläge hierzulande einsetzt.

Demo für Regime-Wechsel im Iran (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Sicherheitskreise verweisen auf Fälle, in denen iranische Dienste Mitglieder der organisierten Kriminalität gezielt anwarben, etwa bei einem früheren Brandanschlag auf eine Synagoge in Bochum. “Je stärker das Regime unter Druck gerät, desto größer ist das Risiko unvorhersehbarer Reaktionen”, sagte Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums im Bundestag, das die Nachrichtendienste des Bundes überwacht, der “Welt am Sonntag”.

Vor allem vom Iran gesteuerte Milizen wie die Hisbollah seien in erhöhter Aktivität, so Henrichmann weiter. “Nun werden insbesondere jüdische, israelische und amerikanische Einrichtungen gesondert geschützt”.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) teilte auf Anfrage mit: “Anhaltend im Visier iranischer Nachrichtendienste stehen Menschen aus dem Umfeld der iranischen Auslandsopposition in Deutschland. Zwar sind bis dato keine gewalttätigen Vorfälle gegen iranische Oppositionelle in Deutschland bekannt, dafür aber in anderen Staaten Westeuropas.”

“Wenn es jemals einen Zeitpunkt gab, an dem der Iran seine Fähigkeiten zu Operationen im Ausland einsetzen könnte, dann jetzt”, sagte der ehemalige FBI-Terrorermittler Matthew Levitt der “Welt am Sonntag”. “Je näher das Regime einer existenziellen Bedrohung, einem Regimewechsel, gegenübersteht, desto wahrscheinlicher ist es, dass es mit allen Mitteln zurückschlägt. Dies könnte den Einsatz iranischer Agenten, terroristischer oder krimineller Stellvertreter oder den Versuch, einsame Wölfe zu Taten anzustiften, umfassen”, so Levitt, heute Direktor der Israel-nahen US-Denkfabrik “Washington Institute for Near East Policy”.

Laut Bericht der “Welt am Sonntag” werden insbesondere Hisbollah-Sympathisanten und Hamas-Unterstützern Vergeltungsangriffe zugetraut. Auch Skandinavien steht im Fokus der Sicherheitsbehörden: Führende Figuren der kriminellen schwedischen Organisation “Foxtrot” kooperieren demnach mit iranischen Diensten und haben in der Vergangenheit in deren Auftrag Terroranschläge auf israelische Einrichtungen und Botschaften in Europa geplant und ausgeführt. Die Organisation, berüchtigt für Gewalt und Drogenhandel, wird seit März 2025 wegen ihrer Nähe zum iranischen Regime vom US-Außenministerium sanktioniert.

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

“Finn Dahmen war überragend” | Die Stimmen zum FC Augsburg-Sieg in Leverkusen

Nach dem, auch nach dem Spielverlauf, überraschenden 2:1-Sieg in Leverkusen ist der Klassenerhalt dem FC Augsburg kaum noch zu nehmen. Das hatten die Beteiligten nach der Partie zu sagen.

FC Augsburg stellt das Spiel auf den Kopf – Rieder-Doppelpack sichert zweiten Saisonsieg gegen Leverkusen

Der FC Augsburg konnte auch das zweite Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen in dieser Saison für sich entscheiden. Gegen starke Rheinländer sicherte sich der FCA durch einen Elfmetertreffer von Rieder in der Nachspielzeit und dank eines herausragenden Torhüters Finn Dahmen drei wichtige Punkte. Der Klassenerhalt dürfte nun nur noch rechnerisch in Gefahr bestehen.

Trotz Trauer um Manninger – FC Augsburg muss sich auf Spiel in Leverkusen fokussieren

Beim FC Augsburg stand vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen nicht der Fußball im Fokus. Verein, Fans und Verantwortliche trauern um den früheren Torhüter Alexander Manninger, der im Alter von 48 Jahren bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Die Nachricht löste weit über Augsburg hinaus große Bestürzung aus. Heute geht es dennoch um wichtige Punkte in der Bundesliga.

Ammerseeregion | Vermisstenfall in Riederau – Polizei sucht nach 79-jährigem Herrn S.

Seit dem 18.04.2026, etwa gegen 19:00 Uhr, wird der 79-jährige Herr S. aus Riederau vermisst. Der Mann befindet sich nach Angaben der Polizei möglicherweise in einer hilflosen Lage. Er ist dement, orientierungslos und aufgrund mehrerer Erkrankungen auf Medikamente angewiesen.

Polizeibericht Augsburg und Region vom 17.04.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg und Region von heute