Nach der knappen Niederlage vom Donnerstag entschied der EHC Königsbrunn am Samstagabend die Serie Best-of-Seven mit 4:3 Siegen gegen die Mighty Dogs des ERV Schweinfurt. Die Brunnenstädter konnten die hochdramatische siebte Partie mit 6:5 gewinnen und stehen damit als neuer Bayerischer Meister fest. Es war der dritte Titel innerhalb von vier Jahren.
Schweinfurt lief in Bestbesetzung auf, bei Königsbrunn waren bis auf die Langzeitverletzten Peter Brückner, Luca Kinzel und Moritz Weißenhorn ebenfalls alle Mann an Bord. Der angeschlagene Tobias Baader stand im Warmup zwar auf dem Eis, wurde aber nicht eingesetzt. Das Tor der Brunnenstädter hütete im letzten Finalspiel natürlich Stefan Vajs, als Backup hielt sich Benni Beck bereit.
Schweinfurt startet stark, Pinguine treffen
Die Gäste starteten mit Vollgas in die Begegnung und drängten ins Königsbrunner Drittel. Doch die Defensive der Hausherren stand stabil, zudem zeigte EHC-Keeper Stefan Vajs wieder eine starke Partie und konnte die Schüsse halten, die auf sein Gehäuse kamen. In der fünften Spielminute hatte Dominic Erdt eine erste gute Chance auf dem Schläger, eine Minute später fiel dann auch der erste Königsbrunner Treffer. Niklas Länger bediente von der blauen Linie Marco Sternheimer, der die Scheibe zum 1:0 ins Schweinfurter Tor zimmerte. Zwei Minuten später legte der EHC das 2:0 nach, Lion Stange kam nach einem katastrophalen Fehlpass der Gäste zum Abschluss und netzte freistehend ein. Die Pinguine waren nun deutlich besser im Spiel, zog danach aber eine fünfminütige Strafe und zusätzlich noch zwei weitere Minuten. Die Gäste aus Unterfranken nutzten die doppelte Überzahl zum 2:1 Anschlusstreffer, verpasste es dann aber nachzulegen. In der 17. Spielminute wäre den Brunnenstädter fast noch in Unterzahl der dritte Treffer geglückt, mehr Tore wollten aber bis zur ersten Pause nicht fallen.
Torreiches Mitteldrittel
Nach dem Pausentee hatten die Brunnenstädter sogar die Möglichkeit, in Überzahl einen Treffer nachzulegen. Es dauerte nur 25 Sekunden, ehe Johan Lorraine nach Anspiel von Hugo Turcotte den Puck per Rückhand ins Tor schaufelte. Doch auch die Mighty Dogs verkürzten die Gäste auf 3:2 (25.), gleich im Anschluss schafften sogar den Ausgleich.
In der 28. Minuten ging Königsbrunn erneut in Führung, in Überzahl spielte der hinter dem Tor stehende Johan Lorraine die Scheibe auf Hugo Turcotte, der per Direktabnahme zum 4:3 traf. Danach hatte der EHC noch eine weitere gute Chance, doch den nächsten Treffer markierten die Mighty Dogs. In der 35. Spielminute kassierte die Mannschaft von Trainer Bobby Linke den zweiten Doppelschlag und lagen plötzlich mit 4:5 hinten. Die Treffer zeigten Wirkung, Königsbrunn hatte keinen Zugriff mehr auf die Partie, das Spiel schien zu kippen. Bis Drittelende hielt die Defensive der Brunnenstädter jedoch dicht, ehe es ein letztes Mal in die Kabinen ging.
Königsbrunn dreht das Spiel
Linkes Pausenansprache zeigte aber Früchte. Königsbrunn startete stark in den Schlussabschnitt, Marco Sternheimer traf in der 41. Spielminute aber nur das Gestänge. In der 50. Spielminute fiel doch noch der ersehnte Ausgleich, nachdem Schweinfurt nicht die Scheibe aus dem eigenen Drittel brachte, nutzte Stange die Gunst der Stunde und netzte den freiliegenden Puck ins Schweinfurter Tor ein.
Ab der 52. Spielminute hatten die Mighty Dogs die Chance, in doppelter Überzahl die Entscheidung zu erzwingen. Doch Königsbrunn verteidigte mit Mann und Maus und blockte mit viel Einsatz, gepaart mit einem Schuss Wahnsinn, alle Schüsse der Gäste. In einfacher Überzahl verlor Schweinfurt die Scheibe, die sich dann Marco Sternheimer schnappte und ins gegnerische Drittel fuhr. Hinter dem Tor stehend spielte er in der 54. Spielminute per Rückhandpass Bullnheimer an, der einfach abzog und seine Mannschaft mit 6:5 in Führung brachte. Danach zog der ERV eine Strafzeit, die Partie schien gelaufen zu sein, doch auch die Piguine kassierten kurz vor dem Ende noch eine Strafzeit.

Schiedsrichter nehmen vermeintlichen Ausgleich zurück
Die Gäste zogen nun den Goalie zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers und warfen alles nach vorne. 35 Sekunden später zappelte die Scheibe im Tor der Königsbrunner, der Schiedsrichter zeigte zunächst einen Treffer an. Nach Absprache mit seinen drei Kollegen wurde das Tor aber zurückgenommen, was dann für den Unmut der zahlreich angereisten Schweinfurter Fans sorgte. Nach Wiederanpfiff fiel kein Tor mehr, ehe die Partie mit einem 6:5 für die Hausherren endete.
Der EHC Königsbrunn holte sich damit in vier Jahren den dritten Meistertitel in der höchsten bayerischen Amateurklasse und feierte noch lange mit den Fans auf der Eisfläche.





