Der FC Augsburg startet unter großer Medienaufmerksamkeit in die erste Saison mit dem neuen Cheftrainer Sandro Wagner. Der gebürtige Münchner findet es „geil“, Coach beim FCA zu sein – möchte aber manches anders machen.
Pünktlich um 11 Uhr war es so weit: Sandro Wagner betrat den überfüllten Pressekonferenzraum im Bauch der Augsburger Arena. Der Hype um seine Person war ihm sichtlich unangenehm, wie er betonte – und doch galt die Aufmerksamkeit der ersten Minuten der 15. Bundesliga-Saison dem 37-Jährigen.
„Als Spieler ist man irgendwann der alte Gaul, den keiner mehr sehen will. Als junger Trainer ist man dann ein junger Gott. Das ist schon irgendwie toll“, sagte Wagner schmunzelnd. Die mediale Aufmerksamkeit nehme er als Wertschätzung wahr.
„Geil“, in Augsburg zu sein
Wie schon als Spieler, so präsentierte sich Wagner auch in seinen ersten Minuten als Bundesliga-Cheftrainer als Mann der lockeren Sprüche. Er finde es „geil“, jetzt in Augsburg zu sein. Zuvor war der ehemalige Erstligaspieler als Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann tätig. Beim DFB – „Es war eine Megageschichte“ – hatte er seinen Abschied bereits vor Monaten angekündigt. Früh hatte er sich mit dem FC Augsburg als möglicher neuer Station beschäftigt. Jetzt ist er da, auch weil er in der privilegierten Lage war, zwischen mehreren Optionen wählen zu können.

Die Entwicklung soll nach oben gehen
Mehrfach betonte Wagner, wie froh er sei, in Augsburg die Chance zu bekommen – und wie gut die Bedingungen beim FCA seien: „Die Trainingsmöglichkeiten sind sensationell – gerade für einen jungen Trainer.“
Auch wenn noch der ein oder andere Wechsel bevorsteht, ist er mit dem Potenzial seiner Mannschaft zufrieden: „Wären hier zu viele Bratwürste, hätte ich es nicht gemacht“, sagt der neue Coach augenzwinkernd.
FCA-Geschäftsführer Michael Ströll zeigte sich sichtlich zufrieden mit der Verpflichtung. Die Bewertung der letzten beiden Jahre habe letztlich den Ausschlag für eine personelle Neuausrichtung gegeben. Ströll betonte: „Auch unter Jess Thorup haben wir einen Schritt gemacht“ – jetzt wolle man sich jedoch noch klarer weiterentwickeln. Auch die weiteren personellen Veränderungen im Stab sind Teil dieses Prozesses.
An einem konkreten Tabellenplatz wollen sich aber weder der Trainer noch die Klubführung messen lassen, wohl aber an der Entwicklung der Mannschaft und ihrer Spielweise. In beiden Bereichen soll ein Schritt nach vorne gemacht werden.
Teil dieser Entwicklung wird laut Wagner auch sein, Bewährtes weiterzuentwickeln. Künftig wolle man variabler und noch aktiver agieren. Für die Gegner soll es weiterhin unangenehm bleiben, in der Augsburger Arena zu spielen. Veränderungen wird es auch in der Struktur der Mannschaft geben: Auf einen Mannschaftsrat wird man künftig verzichten. Wagner verfolgt hier andere Ideen, welche wird er erst noch mit der Mannschaft besprechen.
Der bisherige Kapitän Jeff Gouweleeuw soll aber weiterhin eine wichtige Rolle spielen: „Er ist seit 400 Jahren im Verein“, scherzt Wagner. Auch auf die jungen Spieler wie Kömür und Banks freut sich der neue Coach. Wagner traut man beim FCA zu, die Spieler individuell weiterzuentwickeln und besser zu machen.
Man spricht Deutsch
Eine der auffälligsten Änderungen: Während unter Vorgänger Thorup Englisch gesprochen wurde, lautet Wagners Vorgabe nun: „Die Amtssprache ist Deutsch.“
Er erwartet von seinen Spielern, dass sie die Sprache lernen. Seine ersten Ansprachen sollen bereits am Montagnachmittag über den Trainingsplatz in Haunstetten hallen.


