EU-Behörde empfiehlt Kombi-Impfstoff gegen Grippe und Corona

An diesem Freitag hat die Europäische Arzneimittelbehörde die Zulassung des neuartigen Kombinationsimpfstoffs mCombriax des US-Herstellers Moderna gegen Influenza und Covid-19 für Erwachsene ab 50 Jahren empfohlen. Damit wird es sehr wahrscheinlich, dass die Europäische Kommission den Impfstoff auf Basis der mRNA-Technologie demnächst für den EU-Markt freigeben wird, berichtet der „Spiegel“. In Europa können sich Menschen also wohl bald mit einem Stich zugleich gegen Grippe und Covid-19 impfen lassen.

Aufgezogene Impfspritzen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

„Wir erwarten die EU-Zulassung in den nächsten Monaten“, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel dem Nachrichtenmagazin. Wenn es gut laufe, könne man den Impfstoff in Ländern wie Deutschland für ausgewählte Gruppen womöglich schon zur Grippesaison 2026/27 anbieten, die im kommenden Herbst beginnen wird. Eine breite Markteinführung sei für 2027/28 geplant.

Der Impfstoff wäre der erste überhaupt, der Menschen zugleich gegen Grippe und Covid-19 schützt. Die beiden Infektionskrankheiten betreffen vor allem die Atemwege. Allein an Influenza erkranken laut der EU-Arzneimittelbehörde in Europa bis zu 50 Millionen Menschen pro Jahr.

Bei gesunden und jüngeren Patienten verlaufen die Infektionen oft vergleichsweise harmlos; gerade bei älteren und vorerkrankten Patienten können sie aber schwere Verläufe mit Krankenhausaufenthalten verursachen. Jährlich sterben Tausende Menschen an diesen Infektionen. Eine gleichzeitige Ansteckung mit beiden Erregern könne zu einem „schweren Krankheitsverlauf führen“, schreibt die EU-Arzneimittelbehörde. Der Moderna-Impfstoff habe zur Produktion ausreichender Mengen an Antikörpern gegen beide Viren geführt.

Moderna wolle seinen Kombi-Impfstoff gegen drei verschiedene Grippe-Stämme und einen Corona-Stamm anbieten, sagte Bancel. „Wie bei den bestehenden Impfstoffen gegen Grippe und Covid-19 werden wir die Zusammensetzung von mCombriax regelmäßig an die in der Bevölkerung zirkulierenden Virusstämme anpassen.“

Kombinationsimpfungen werden gegen andere Erkrankungen wie etwa Masern, Mumps und Röteln schon seit Jahren eingesetzt. Sie erfordern weniger Arztbesuche und verringern den Impfstress für Patienten.

Anders als viele herkömmliche Impfstoffe müssen mRNA-Impfstoffe nicht in Hühnereiern produziert werden; sie lassen sich daher schneller herstellen und schneller an neue Erregerstämme anpassen. mRNA-Impfstoffe enthalten den Bauplan für bestimmte Bestandteile des jeweiligen Erregers und lösen im Körper eine Reaktion des Immunsystems gegen diesen aus.

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

Messerattacke im Augsburger Fitnessstudio: Festnahme nach versuchtem Totschlag an 27-Jährigem

Am Freitag, den 6. März 2026, ereignete sich im Eingangsbereich eines Fitnessstudios in der Bahnhofstraße, Augsburg, ein schwerwiegender Zwischenfall. Ein versuchtes Tötungsdelikt sorgte für Aufruhr, als eine Auseinandersetzung zwischen zwei Männern eskalierte.

Trauer beim FC Augsburg: Ehefrau von Ex-Bundesliga-Profi Eduard Löwen (29) gestorben

St. Louis / Deutschland – Traurige Nachrichten aus der...

Swa korrigiert: Warnstreik am Donnerstag, 12. März betrifft nur ausgewählte Beschäftigte

Anders als zunächst angekündigt, sind am Donnerstag, 12. März,...

Streit auf Rolltreppe im Augsburger Hauptbahnhof – Mann setzt noch während der Fahrt einen Notruf ab

Augsburger Hauptbahnhof – Am Freitagmittag (6. März) ist es...

Neueste Artikel