Nach der Gladbach-Pleite steckt der FC Augsburg endgültig im Abstiegskampf. Mit zwei Heimspielen innerhalb von vier Tagen besteht die Chance, wieder Abstand zur kritischen Zone aufzubauen.
Beim FC Augsburg ist man reichlich verschnupft – und das liegt nicht nur an der Erkältungswelle, die Schwaben gerade heimsucht. Das 0:4 in Gladbach hatte die Stimmung beim Bundesligisten endgültig ein Stück weit kippen lassen.
„Grundsätzliches“ erledigen oder „Sachen packen“
Mit viel zu wenig Einsatz und noch weniger Durchschlagskraft hatte man bei den Fohlen zu keinem Zeitpunkt der Partie eine Chance auf Punkte. Wenn sich dann noch in der eigenen Abwehr Fehler an Fehler reihen, ist so manchem der Kicker die Bundesligareife abzusprechen. Trainer Baum sprach davon, dass seinem Team „Grundsätzliches“ gefehlt habe – keine gute Erkenntnis. Der angefressene Interimskapitän Keven Schlotterbeck nahm nach der Partie am vergangenen Wochenende seine Kollegen jedenfalls klar in die Pflicht: „Ich hoffe, dass jeder weiß, um was es geht. Wer das nicht begreift, sollte zu Hause bleiben und seine Sachen packen.“
Augsburg im Abstiegskampf angekommen
Um was es jetzt geht, sollte spätestens beim Blick auf die Tabelle jedem klar werden. Nur noch zwei Punkte vor St. Pauli steckt man zum Ende der Hinrunde mitten im Abstiegskampf – genau dort, wo man eigentlich nicht mehr stehen wollte. Jetzt hat man mit zwei Heimspielen innerhalb von vier Tagen die Gelegenheit, wieder Boden gutzumachen. In der zuletzt gezeigten Verfassung wird das aber schwer. Bevor es am Sonntag gegen den Tabellenachten aus Freiburg geht, kommt der Neunte Berlin – beides Teams aus der Tabellenregion, in der Augsburg sich mindestens verorten wollte. Gerade in diesen beiden Heimspielen könnte sich zeigen, ob der FC Augsburg im Aufwind ist oder nicht. Ein Sieg gegen Berlin wäre der erste Schritt, um das Selbstvertrauen zu stärken und vielleicht sogar die Wende im Abstiegskampf einzuleiten. Sollte das Team dann auch gegen Freiburg überzeugen, könnte man tatsächlich von einem positiven Trend sprechen.
Defensivstarke Union
Gegen die kompakte Union-Abwehr wird es für eine Mannschaft, die kaum eindeutige Gelegenheiten erarbeiten kann, natürlich sehr schwer werden. Seit Steffen Baumgart bei „seinen“ Eisernen vor einem Jahr übernommen hat, haben sich die Köpenicker deutlich stabilisiert. 22 Punkte aus den ersten 16 Saisonspielen sind dafür ein klarer Beleg. Auch die Bosse an der Alten Försterei haben das erkannt und den Vertrag des Trainers vor der Partie in Schwaben vorzeitig verlängert.
Schwerwiegende Ausfälle
Gut für Augsburg: Auch Union ist nicht unbedingt eine Offensivmacht, was dem FCA entgegenkommt. Mit Jeffrey Gouweleeuw und Chrislain Matsima fehlen zwei wichtige Defensivspieler verletzungsbedingt noch lange. Gut möglich, dass Augsburg sich bis Ende des Monats auf dem noch geöffneten Transfermarkt einen weiteren Verteidiger holen möchte. Mit dem zuletzt gelbgesperrten Giannoulis kann wenigstens einer der in Mönchengladbach so schmerzlich vermissten Defensivkicker wieder eingreifen. Um auf die Herausforderungen und die derzeitige Situation zu reagieren, könnte der FCA auch neue Strategien für erfolgreichen Fußball entwickeln. Dabei wäre es wichtig, die Stärken der verbleibenden Spieler im Kader optimal zu nutzen und gleichzeitig das Spielsystem anzupassen. Mit kreativen Ansätzen in der Offensive könnte Augsburg trotz der Defensivprobleme stärkere Ergebnisse erzielen.
Die voraussichtliche Aufstellung
Dahmen – Banks, Schlotterbeck, Zesiger – Kade, Jakic, Massengo, Giannoulis – Kömür, Claude-Maurice – Essende






