“Kinderreport” zeigt Handlungsbedarf bei Bildungsgerechtigkeit

DTS Nachrichtenagentur
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In Deutschland besteht offenbar erheblicher Handlungsbedarf beim Thema Bildungsgerechtigkeit. Das geht aus dem “Kinderreport 2026” hervor, den das Deutsche Kinderhilfswerk am Dienstag gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) in Berlin vorgestellt hat.

Kinderreport 2026 am 26.05.2026, via dts Nachrichtenagentur

Laut Kinderhilfswerk sind für eine Verbesserung der Bildungschancen insbesondere für Kinder aus sozial benachteiligten Familien mehr finanzielle Mittel und umfassende Reformen im Bildungssystem notwendig. Die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage, die im Rahmen des Kinderreports durchgeführt wurde, zeigen, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche einheitliche Bildungsstandards und vergleichbare Bildungsbedingungen in ganz Deutschland fordern.

Ein weiterer zentraler Punkt des Berichts ist die Forderung nach kostenfreier Bildung von der Kita bis zur Schule sowie der Ausbau qualifizierten Personals, um pädagogische Fachkräfte zu entlasten. Zudem wird eine stärkere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungsinstitutionen als wichtig erachtet. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit eines schnellen und verpflichtenden Zugangs geflüchteter Kinder zur Schule.

Zentrale Forderungen des Kinderhilfswerks betreffen unter anderem ein bundesweites Ausbauprogramm zur Schaffung von mindestens 400.000 Kita-Plätzen sowie eine Fachkräfteoffensive für die frühkindliche Bildung. Nachgefragt nach den drängendsten Forderungen, die sich konkret an den Bund richten, sagte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann der dts Nachrichtenagentur, dass der Bund die Möglichkeit habe, den Ländern mit Programmen unter die Arme zu greifen – gerade bei dem Thema Chancengerechtigkeit.

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Hofmann verwies als Beispiel auf das Startchancenprogramm, wobei die Frage im Raum stehe, inwieweit dieses in der Breite auch wirke. “Das wird sich noch zeigen müssen, wie auch weitere Investitionen notwendig sind”, sagte er. Auch beim Ausbau des Ganztags sei der Bund beteiligt. Es gehe auch nicht immer nur ums Geld. Es gehe darum, dass was die Bildungslandschaft in Deutschland auszeichne, zu fördern. “Dazu zählt die Jugendarbeit, dazu zählen die außerschulischen Partner, die Stadtbibliotheken, das Ehrenamt in den Vereinen und hier müssen wir geschlossen agieren.” Das werde eine große Aufgabe für alle Beteiligten – auch für die Zivilgesellschaft. “Und der Bund kann natürlich an solchen Stellen auch Signale setzen, kann Anregung auch geben, damit hier gute Praxis entsteht.”

Prien stimmte im Kern zu. Es gebe eine “hohe Übereinstimmung”, sagte sie der dts Nachrichtenagentur. Auch sie verwies auf das Startchancenprogramm. Dabei gehe es zum Beispiel nicht nur um die Schulen, die im System seien, sondern auch darum, was auf andere Schulen übertragen werden könne. Der Ganztagsausbau könne unterdessen auch dazu beitragen, die Lage vor allem von Kinder mit besonderen Förderbedarfen anzusprechen.

Darüber hinaus gehe es auch um ein länger dauerndes Programm zur Förderung der Sprachkenntnisse, so Prien. “Und dann bin ich ehrlicherweise sehr froh, dass relativ unbeobachtet von der Öffentlichkeit es gelingt jetzt in den letzten Monaten, dass wir zwischen Bund und Ländern gemeinsam eine Roadmap verabschiedet haben.” Dabei gehe es um die Schwerpunkte, um die Trendwende im Bildungssystem zu erreichen. Es seien sieben Felder identifiziert worden, wobei es unter anderem um die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung gehe, aber auch um die Verbesserung des “Wohlbefindens” von Kindern und Jugendlichen an den Schulen. “Nur wer sich wohlfühlt in der Schule, kann auch gut lernen und wir wollen, dass alle Kinder besser lernen können”, so die Ministerin.

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Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.