NÜRNBERG (492) – Die Polizei von Nürnberg konzentriert sich intensiv auf die Bekämpfung der Kriminalität in der Innenstadt und dem Umfeld des Hauptbahnhofs. Durch gezielte Einsätze, die Einrichtung spezieller Ermittlungsteams und verstärkte Videoüberwachung wird die Kriminalität erfolgreich bekämpft. Allerdings ergaben sich Hinweise, dass junge Mädchen aus schwierigen Verhältnissen gezielt von Mitgliedern der Drogenszene angesprochen werden.
Zunehmender Drogenhandel trotz Cannabis-Teilegalisierung
Vor allem seit der Teillegalisierung von Cannabis sieht sich die Polizei in den Bereichen Nelson-Mandela-Platz sowie Südstadt- und Celtispark mit einem wachsenden Drogenhandel konfrontiert. Das Polizeipräsidium Mittelfranken hat mehrere Ermittlungsteams und Arbeitsgruppen gebildet (wie BAYERN.360°.SICHERHEIT.BAHNHOF, BAO KöPa, AG Nelson), um gegen diese Entwicklungen vorzugehen. Diese Bemühungen brachten neue Erkenntnisse zutage.
Gefährliche Kontakte zu jungen Mädchen
Ermittlungen zeigen, dass Mitglieder der Drogenszene gezielt Kontakt zu jungen Mädchen suchen. Die Männer, hauptsächlich syrischer, pakistanischer und nordafrikanischer Herkunft, versuchen mit Zuneigung und Geschenken, die zumeist minderjährigen Mädchen aus instabilen Verhältnissen zu beeinflussen. Im weiteren Verlauf geben sie teils harte Drogen wie „Crystal Meth“ ab, um die Mädchen in Abhängigkeiten zu drängen. Diese Abhängigkeiten sollen dann für sexuelle Gefälligkeiten ausgenutzt werden, wobei der Verdacht auf sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen besteht.
Ermittlungen und vorbeugende Maßnahmen
Bisher wurden zehn Verdächtige identifiziert. Gegen vier von ihnen wird unter anderem wegen Drogenhandel und Sexualdelikten ermittelt. Ein 23-jähriger Syrer ist bereits in Untersuchungshaft, während zwei weitere, ein 22-jähriger Syrer und ein 25-jähriger Staatenloser, per Haftbefehl gesucht werden. Auch ein 18-jähriger Pakistani steht im Fokus der Ermittlungen.
Um effektiver gegen die Straftaten vorzugehen, hat die Kriminalpolizei Nürnberg die Ermittlungskommission „EKO Kajal“ gebildet, die am 18. Mai 2026 ihre Arbeit aufnahm. Diese arbeitet eng mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und städtischen Kooperationspartnern zusammen. Neben der Ahndung von Straftaten liegen die Schwerpunkte auf präventiven Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Jugendbehörden, um gefährdete Mädchen aufzuklären und zu schützen.
Erstellt durch: Michael Petzold / mc


