Razzia im City Club Augsburg | Warum war ein Fernsehteam von ProSieben anwesend und was passiert mit den Aufnahmen?

Nach der Razzia im Augsburger City Club gibt es neben Kritik an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes auch offene Fragen zur möglichen Begleitung durch ein Kamerateam von ProSieben beziehungsweise des Formats „Galileo“. Hinweise darauf hatten Presse Augsburg veranlasst, das Polizeipräsidium Schwaben Nord um eine Stellungnahme zu bitten. Zusätzlich zu den Informationen über die Razzia wurde kürzlich ein Einbruchversuch in Augsburger Café gemeldet, der die Sicherheitslage in der Stadt weiter in den Fokus rückt. Die Polizei ermittelt nun, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz im City Club und diesem Vorfall gibt. Solche Ereignisse werfen Fragen zur allgemeinen Ordnungssituation in Augsburg auf und fordern ein dringendes Handeln seitens der Behörden.

Gefragt wurde unter anderem, ob ein Filmteam die Durchsuchung begleitet habe, auf welcher rechtlichen Grundlage dies geschah, wer die Entscheidung zur Zulassung eines privaten Fernsehsenders traf und welches Ziel mit der Medienpräsenz verfolgt wurde. Weitere Fragen betrafen Datenschutz, den Schutz von Persönlichkeitsrechten und eine mögliche Information der Betroffenen vor Ort. Eine Antwort vom Polizeipräsidium blieb bisher aus.

Die Augsburger Allgemeine erhielt inzwischen jedoch einige Informationen von der Pressestelle der Bayerischen Bereitschaftspolizei, zu der auch der vom Fernsehsender „Galileo“ begleitete Nachwuchszug des Unterstützungskommandos gehört. Demnach bestand das Filmteam aus einem Kameramann und zwei Redakteurinnen. Ein Pressesprecher habe die Aufnahmen „eng“ begleitet, die sich überwiegend auf den Erdgeschossbereich und den Außenbereich des Clubs beschränkten. Über den Termin der Durchsuchung sei das Team einige Tage zuvor informiert worden, die genaue Örtlichkeit jedoch erst auf der Anfahrt nach Augsburg.

Die Polizei betont, dass die Privatsphäre der Gäste gewahrt werde: Gesichter würden vor einer Ausstrahlung verpixelt, und die Betroffenen seien über die Anwesenheit des Kamerateams informiert gewesen. In den sogenannten Durchsuchungszelten rund um den Club, in denen Leibesvisitationen durchgeführt wurden, seien zudem keine Filmaufnahmen entstanden.

ProSieben teilte auf Anfrage der Augsburger Allgemeinen mit, dass der Beitrag im Frühjahr ausgestrahlt werde. Umfang der Aufnahmen, ihre Rolle im Beitrag und Absprachen zwischen Behörde und Redaktion wurden von Unternehmensseite jedoch nicht konkret beantwortet.

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