Im Streit über die Kapitalismus-Kritik von Kevin Kühnert hat sich Ex-SPD-Chef Martin Schulz hinter den Juso-Chef gestellt. „Die Gerechtigkeitsdebatte muss man führen“, sagte der Vorgänger von SPD-Chefin Andrea Nahles der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er selbst habe schon 2017 gefordert, „die Systemfrage zu stellen“. schulz-gibt-kuehnert-rueckendeckung-fuer-kapitalismus-kritik Schulz gibt Kühnert Rückendeckung für Kapitalismus-Kritik Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen 2017 Andrea Nahles Es Europawahl geschlossen Groko Kevin Kühnert Koalition Kurz Mai MAN Martin Schulz Nahles Neu Partei Schulz Streit Vertrag | Presse AugsburgKevin Kühnert, über dts Nachrichtenagentur

Das sei „keine Erfindung von Kevin Kühnert“, sagte Schulz und bekräftigte: „Das kapitalistische System ist kein überlegenes System, es muss gezähmt und eingehegt werden.“ Die Debatte könne auch kurz vor der Europawahl geführt werden, „wenn man sie als europäische Gerechtigkeitsdebatte führt“. Das habe Kühnert jedoch nicht getan.

Der SPD-Chef appellierte an seine Partei, auch bei schlechten Wahlergebnissen am 26. Mai an der GroKo festzuhalten. „Die Koalition ist für vier Jahre geschlossen worden. Im Vertrag, den ich selbst maßgeblich mit ausgehandelt habe, steht nicht: Nach jeder Landes- oder Europawahl wird die Koalitionsfrage neu gestellt“, so Schulz. Er erinnerte: „Gut 70 Prozent der SPD-Mitglieder haben für vier Jahre Schwarz-Rot gestimmt.“