US-Ökonom sieht EU als Profiteur von US-Zoll-Urteil

Adam Posen, Präsident des Peterson Institute for International Economics in Washington, sieht die Europäische Union als großen Gewinner des Zoll-Urteils.

Container (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

„Trumps neuer Zoll ist ja nur temporär und gilt maximal 150 Tage, danach braucht er den Kongress“, sagte der Ökonom dem „Spiegel“. „Schon jetzt aber hat der US-Präsident viel weniger Drohpotenzial, neue Abgaben zu erlassen. Ukraine hin oder her. Und das macht die Lage weit berechenbarer.“

Die EU solle jetzt eine Strategie verfolgen, die Posen „slow walking“ nennt. „Seid passiv-aggressiv gegenüber den USA, setzt nichts von dem um, was bislang vereinbart wurde, sondern kämpft auf eine sehr höfliche Weise um viele Kleinigkeiten“, so Posen. „Bleibt hart – und spielt auf Zeit.“

Das, so der in Harvard ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler, kaufe dem Kontinent entscheidende Monate, „um an anderen Stellen konstruktiv nach vorn zu arbeiten“. Mit zusätzlichen Handelsabkommen oder einer finalen Abstimmung zum Mercosur-Abkommen.

Zudem müsse Europa die Zeit nutzen und „alles tun, um jene Talente anzulocken, die keine Lust auf die USA haben, Professoren, junge Wissenschaftler, KI-Entwickler“, sagte er. „Natürlich auch Kapital, das vor dem schwachen Dollar und der unsicheren Haushaltslage aus Amerika flüchtet“. Wenn Trump sich künftig an den Kongress wenden müsse, um seine Pläne durchzubekommen, „dann ist auch das eine Chance für Europa“.

Am vergangenen Freitag hatte der oberste Gerichtshof der USA einen Großteil jener Zölle abgeräumt, die Donald Trump während seiner zweiten Amtszeit eingeführt hatte. Daraufhin setzte die EU die Ratifizierung ihres Zoll-Deals mit Washington vorerst aus, während Trump einen weltweiten Zoll von 15 Prozent einführte.

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DTS Nachrichtenagentur
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Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

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