Wirtschaftsweise für Freigabe der strategischen Ölreserven

Angesichts der volatilen Lage auf den Energiemärkten hat sich die Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, Monika Schnitzer, für eine Freigabe der strategischen Ölreserven in den G7-Staaten ausgesprochen.

Öltanks (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

“Die Ölreserven der G7 sind genau für solche Krisensituationen als strategische Reserve aufgebaut worden, um bei schweren Versorgungsstörungen eingreifen zu können”, sagte Schnitzer dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland”. Schon in früheren Krisensituationen seien diese Reserven eingesetzt worden, um das Angebot kurzfristig zu erhöhen und damit die Preise zu stabilisieren. “Die aktuellen Überlegungen, dies auch jetzt zu tun, sind also folgerichtig”, sagte die Wirtschaftsweise weiter.

Gleichzeitig müsse klar sein, dass der Umfang der Reserve begrenzt sei, so die Ökonomin. Sie sollten einen Bedarf in Höhe der Nettoimporte von 90 Tagen abdecken. “Es kann also nur darum gehen, kurzfristige Preisspitzen auszugleichen, nicht darum, einen längerfristigen Preisanstieg zu neutralisieren”, sagte Schnitzer.

Auch der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr empfiehlt, politische Eingriffe in die Energiemärkte zu prüfen, um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs abzufedern. “Man sollte zum Beispiel darüber nachdenken, strategische Reserven im Öl- und Gasbereich anzuzapfen”, sagte Felbermayr dem “Tagesspiegel”. “Bringt man sie koordiniert auf den Markt, erhöht das kurzfristig das Angebot und drückt den Preis.”

Viele OECD-Staaten verfügen über solche Reserven. Deutschland hält bei Öl nur die gesetzlich vorgeschriebene Menge von rund 23 Millionen Tonnen, bei Erdgas quasi keine. Österreich dagegen schon. “Das ginge aber nur koordiniert, vor allem mit den USA”, sagte Felbermayr. Einzelne Staaten kämen gegen den Weltmarkt kaum an.

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

Polizei sucht vermissten Mann aus Augsburg

Seit dem 30. April 2026 wird in Augsburg ein 29-jähriger Mann vermisst. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zum Aufenthaltsort des Vermissten.

Stadt Augsburg klagt gegen Bäuerle Ambulanz

Die Stadt Augsburg geht juristisch gegen einen ehemaligen Dienstleister...

Tankstellenpreise fallen deutlich

Die Tankstellenpreise in Deutschland sind zum 1. Mai deutlich gefallen - aber vorerst wie befürchtet nicht im Umfang des gesamten sogenannten "Tankrabatts".

Tödliche Borna-Virus-Infektion im Unterallgäu

Im Landkreis Unterallgäu ist ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem seltenen Borna Disease Virus 1 gestorben. Die Behörden informieren über Risiken und Schutzmaßnahmen.

Polizeibericht Augsburg vom 30.04.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg von heute