Mobiles Internet im Urlaub: Was eine eSIM kann und worauf Reisende achten sollten

Sebastian Pfister
5 Minuten Lesezeit

Ob Herbst-, Weihnachts- oder Winterurlaub: Wer von Augsburg aus über den Flughafen München oder den Allgäu Airport Memmingen verreist, will am Ziel sofort Navigation, Übersetzer und Messenger nutzen. Statt sich nach der Landung eine lokale SIM-Karte zu besorgen, greifen viele Reisende inzwischen zur eSIM. Was dahintersteckt und worauf man achten sollte.

Was ist eine eSIM?

Eine eSIM ist ein fest im Smartphone verbauter SIM-Chip, auf den das Mobilfunkprofil digital geladen wird. Statt eine Plastikkarte einzulegen, scannt man einen QR-Code oder tippt einen Installationslink an, nach wenigen Minuten ist das Profil eingerichtet. Alle hierzulande verkauften iPhones ab dem Modell XS aus dem Jahr 2018 sowie viele Modelle von Samsung, Google und anderen Herstellern unterstützen eSIMs. Ein schneller Test: Wer *#06# wählt und eine EID angezeigt bekommt, hat in der Regel ein eSIM-fähiges Gerät.

Der Vorteil für Reisende: Die eSIM für das Urlaubsland lässt sich schon zu Hause kaufen. Nach der Landung schaltet man sie ein, wählt sie als Leitung für mobile Daten und aktiviert für sie das Datenroaming. Kurz darauf ist man online, ohne Suche nach einem Handyladen und ohne Warteschlange am Verkaufsschalter.

Die eigene SIM-Karte bleibt im Handy

Die gewohnte SIM-Karte muss dafür nicht heraus. Die meisten eSIM-fähigen Smartphones können zwei Leitungen parallel nutzen: Die eSIM übernimmt die mobilen Daten, über die eigene Karte bleibt man für Anrufe und SMS erreichbar. Wichtig: Bei der eigenen Karte schaltet man das Datenroaming aus, bei der eSIM dagegen ein. Ob Anrufe und SMS über die eigene Nummer im Reiseland etwas kosten, hängt vom eigenen Tarif ab, ein Blick in die Roaming-Bedingungen des Anbieters vor der Reise lohnt sich. WhatsApp, Signal und andere Messenger laufen über die Datenverbindung der eSIM weiter, mit der gewohnten Nummer.

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Worauf Reisende achten sollten

  • Gerät prüfen: Das Smartphone muss eSIM-fähig und ohne Netzsperre (SIM-Lock) sein.
  • Datenmenge passend wählen: Wer vor allem Navigation und Messenger nutzt, kommt mit wenigen Gigabyte pro Woche aus. Für Videos, Videotelefonie oder einen Hotspot für Mitreisende lohnt sich ein größeres Paket. 
  • Laufzeit beachten: Pakete gibt es meist für eine bis vier Wochen, bei längeren Aufenthalten lässt sich häufig nachladen.
  • Rechtzeitig einrichten: Die Installation braucht eine Internetverbindung, am einfachsten geht das zu Hause im WLAN. Maßgeblich ist aber immer die Anleitung des Anbieters: Einzelne Tarife, etwa britische eSIMs mit Telefonnummer, werden erst nach der Ankunft installiert.
  • Rundreisen planen: Wer mehrere Länder besucht, sollte auf einen Tarif achten, der alle Stationen abdeckt, statt für jedes Land eine eigene eSIM zu kaufen.

Ein Anbieter für viele Reiseziele

Ein Anbieter, der sich auf Reisende spezialisiert hat, ist Simbye. Simbye bietet eSIMs für mehr als 190 Länder an, in rund 50 Reisezielen auch als Tarif mit unbegrenzten Daten. In der Simbye-App lassen sich mehrere Länder für eine Reise auf einer eSIM kombinieren.

Eine Besonderheit: In mehr als 20 Ländern gibt es die eSIM auch mit echter Telefonnummer für Anrufe und SMS. Meist ist das eine französische +33-Nummer, in Europa ebenso wie etwa in der Türkei oder in Marokko, in Großbritannien und den USA eine Nummer des jeweiligen Landes. So kann man vor Ort ein Taxi rufen oder die Unterkunft erreichen, ohne die eigene Nummer im Ausland zu nutzen.

Zusätzlich bietet Simbye separate Mobilnummern aus den USA, Großbritannien und Australien an, buchbar für 30 Tage, sechs oder zwölf Monate. Diese Nummern funktionieren ohne SIM-Karte: Eingehende SMS, etwa Bestätigungscodes für Apps oder Buchungsportale, erscheinen in der Simbye-App. Bei britischen und australischen Nummern lassen sich mit der zubuchbaren Anruf-Option auch Anrufe in der App annehmen, die US-Nummer empfängt nur SMS.

Fazit

Für viele Urlaubsreisen ist eine eSIM heute ein bequemer Weg, um am Ziel online zu sein. Wer sein Gerät vorab prüft, die Datenmenge passend wählt und die eSIM rechtzeitig einrichtet, ist nach der Landung schnell wieder erreichbar.

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Sebastian Pfister ist Geschäftsführer der Presse Augsburg Medien GmbH und journalistisch für Presse Augsburg tätig. Seine Schwerpunkte liegen auf der regionalen Berichterstattung aus Augsburg und Bayerisch-Schwaben, dem FC Augsburg sowie auf Reportagen, Produkttests und der Foto- und Vor-Ort-Berichterstattung.