Die Elektrifizierung des Schienennetzes in Schwaben schreitet voran. Der Freistaat unterstützt die Elektrifizierung der Außerfernbahn zwischen der Grenze zu Österreich und dem Grenzbahnhof Pfronten-Steinach.

Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart: „Wir fördern die Planung durch die ÖBB mit 55.000 Euro. Unser freiwilliges Engagement zeigt, wie wichtig uns die Elektrifizierung ist. Nicht nur fördern wir mit der Abschaffung alter Dieselloks den Umweltschutz. Es rücken damit auch die ersten Schienen-Oberleitungen im östlichen Allgäu in greifbare Nähe.“ Die Infrastruktursparte der ÖBB, die im Auftrag der Deutschen Bahn (DB) die Elektrifizierung vor Ort umsetzt, erstellt nun die Planungen bis hin zum Baurecht. Ergebnisse sollen 2020 vorliegen. Der Betrieb soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts starten.

Die ÖBB hat bereits Mitte März mit dem Ausbau zwischen Reutte i. Tirol und der deutsch-österreichischen Staatsgrenze begonnen. Noch in diesem Jahr will die ÖBB die knapp 15 Kilometer lange Strecke komplett mit Oberleitungen versehen. Um Synergieeffekte zu erzielen, hat die DB Netz AG, die Eigentümerin der anschließenden Strecke in Bayern ist, die ÖBB auch mit dem Weiterbau der Oberleitung auf dem 1,4 Kilometer langen Streckenabschnitt diesseits der Landesgrenze bis Pfronten-Steinach beauftragt. Bereits im Jahr 2017 haben der Freistaat Bayern, das Bundesland Tirol, die ÖBB und die DB AG in einer gemeinsamen Absichtserklärung die Wichtigkeit der Elektrifizierung dieser Strecke deutlich gemacht.

Im Zusammenhang mit dem Oberleitungsprojekt im Außerfern und im Ostallgäu stehen auch notwendige Arbeiten der DB Netz an den Oberleitungen und der Bau eines erforderlichen Schaltpostens durch DB Energie jeweils im Bahnhof Garmisch-Partenkirchen. Zudem soll in Verbindung mit der Elektrifizierung auf bayerischer Seite der Grenzbahnhof Pfronten-Steinach barrierefrei ausgebaut werden. “Die Elektrifizierung auf Ostallgäuer Gebiet bringt auch Vorteile für das SPNV-Angebot. Deshalb engagieren wir uns freiwillig und schießen hier Mittel zu“, bekräftigte Reichhart. „Wir wollen gemeinsam mit dem Land Tirol nach Fertigstellung der Infrastrukturmaßnahme das Angebot für die Fahrgäste zwischen Reutte in Tirol und Pfronten-Steinach auf einen Stunden-Takt ausweiten“, so Reichhart weiter. Bisher verkehrt dort alle zwei Stunden ein Nahverkehrszug in jede Richtung, während auf den anderen Ästen der Außerfernbahn sowohl zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte als auch zwischen Pfronten-Steinach und Kempten bereits heute ein stündliches Angebot existiert. Auch die Fahrgäste profitieren zukünftig von der neuen geplanten umsteigefreien Verbindung von München über Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol nach Pfronten-Steinach. Dort wird man dann auf die Dieseltriebwagen der Linie Pfronten – Kempten umsteigen müssen. Bisher erfolgt der Umstieg in Reutte, was insbesondere für die rein inner-österreichisch fahrenden Reisenden umständlich ist.