Seit dem ersten ESC im Jahr 1956, damals in Lugano, hat sich der Musikwettbewerb stark verändert. Und auch die Art, wie Musikfans ihre liebsten Songs genießen, ist nicht mehr mit damals vergleichbar.
Besonders auffällig ist, dass in den letzten Jahren vor allem Social Media Plattformen dafür gesorgt haben, dass der ESC auf besondere Weise verändert daherkommt. Oder anders: Was damals als klassisches TV-Event begann, ist heute ein multimediales Phänomen geworden.
Aber wie haben es die Sozialen Medien geschafft, den ESC zu revolutionieren? Die folgenden Abschnitte setzen sich mit genau dieser Frage auseinander.
Wenn Künstler ihre Songs auf Social Media promoten…
Die Künstler, die am Eurovision Song Contest 2025 teilnehmen, sind unter anderem in den Sozialen Medien vertreten. Sie nutzen die verschiedenen Plattformen nicht nur, um ihre Songs für das große Event zu promoten, sondern waren hier oft auch schon früher aktiv und haben sich eine beeindruckende Fangemeinde aufgebaut.
Und natürlich kann es sich auch gerade mit Hinblick auf Social Media und die hiermit verbundene Reichweite lohnen, noch ein wenig weiter zu denken. Eines der bekanntesten Beispiele dafür, dass sich genau das lohnen kann, sind Måneskin. Nachdem die Band Platz 1 belegt hatte, vermarktete sie ihren nächsten Song „Beggin“ erfolgreich.
Zudem dürfte der Umstand, dass der ESC eben nicht nur im TV, sondern auch auf Social Media vertreten ist, dafür sorgen, dass in Zukunft weiterhin unter anderem ein junges Publikum angesprochen wird.
Streamingdienste zeigen, was gut ankommt… und was nicht
„Wie kommt mein Song beim internationalen Publikum an?“ – Diese Frage dürfte sich so gut wie jeder Künstler stellen, der beim ESC auf der Bühne steht.
Hier kann es sich lohnen, einen Blick auf die Zahlen der verschiedenen Streaming Anbieter zu werfen. Denn: Diese zeigen beispielsweise, welche Lieder besonders oft heruntergeladen bzw. gehört wurden und geben so erste, grobe Hinweise.
Vor allem die offiziellen ESC-Playlists erfreuen sich in diesem Zusammenhang einer besonderen Beliebtheit. Hier können sich die Fans eigentlich sicher sein, keinen Song zu verpassen.
Und natürlich sind es vor allem die Siegersongs, die nach dem Event weiterhin vertreten sind und von vielen immer wieder angehört werden. Das Ergebnis: Eine Chartplatzierung, die (oft) für sich spricht und zeigt, dass gute ESC-Musik zeitlos sein kann.
So beeinflusst Social Media die Musikwelt
Der Umstand, dass Musik on demand abrufbar und die Szene mittlerweile immer schnelllebiger geworden ist, hat viele Songs verändert. Und auch, wenn sich ESC-Größen wie Guildo Horn vielleicht etwas mehr „retro“ wünschen: Die aktuellen Entwicklungen dürften sich nur schwer aufhalten lassen.
Besonders auffällig ist es in diesem Zusammenhang, dass viele Lieder heute oft kürzer, eingängiger, hook-lastiger sind. Der Grund: Sie wurden für die ersten Sekunden optimiert. Hier entscheiden die User immerhin, ob sie weiter zuhören oder swipen möchten. Und viele ESC-Beiträge verzichten mittlerweile bewusst auf klassische Songstrukturen, um schneller ins Ohr zu gehen.
Streaming und Musikplattformen: Warum sie gerade für (noch) unbekannte Künstler so wichtig sein können
Letztendlich entscheidet der persönliche Geschmack darüber, ob die aktuellen Entwicklungen musikalisch wertvoll sind oder nicht. Fest steht jedoch auch, dass die Veränderungen auch Vorteile bieten.
Unter anderem haben nun unbekannte Künstler bessere Chancen, wahrgenommen zu werden, wenn ihre Songs und Videos zum Beispiel viral gehen – und zwar egal, ob sie beim ESC den ersten oder den letzten Platz belegen.
Zudem öffnet sich der ESC einer größeren Zielgruppe, unter anderem auch der Generation X. Und auch, wenn es natürlich vollkommen legitim ist, darüber zu diskutieren, wie viel Bildschirmzeit guttut: Wer sich über die Menschen hinter den Songs informieren möchte, findet seine Antworten heutzutage meist schnell. Dieser Aspekt kann letztendlich dafür sorgen, dass der ESC doch mehr Spaß macht als gedacht.
Umgekehrt kann der Hype, den ein Song um sich herum aufbauen kann, natürlich auch dafür sorgen, dass die anderen Lieder – obwohl sie gut sind – nicht mehr gesehen werden.
Fazit
Streamingplattformen und soziale Medien haben es geschafft, den Eurovision Song Contest grundlegend zu verändern. Hier geht es nicht mehr um das reine TV-Event, sondern auch um das Drumherum. Künstler nutzen ihre Kanäle, um Reichweite zu generieren, Fans zu binden und Trends zu setzen – oft lange vor dem eigentlichen Auftritt.
Hieraus ergibt sich: Der ESC spiegelt heute nicht nur musikalische Vielfalt, sondern auch die Dynamik einer vernetzten Medienwelt wider.


