Historische Ehrung | Margareta Böckh wird erste Ehrenbürgerin Memmingens

In einer feierlichen Sitzung hat der Stadtrat von Memmingen das Ende der Wahlperiode 2020–2026 begangen – und dabei besondere Verdienste gewürdigt. Im Mittelpunkt stand eine historische Auszeichnung: Erstmals wurde einer Frau die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen.

Die langjährige Stadträtin und Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh erhielt die höchste Auszeichnung, die Memmingen zu vergeben hat. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher betonte in seiner Ansprache: „Margareta Böckh hat über drei Jahrzehnte hinweg ein herausragendes kommunalpolitisches und gesellschaftliches Engagement gezeigt. Als Stadträtin und Bürgermeisterin hat sie immer eine klare Position vertreten und mit großer Energie, hoher Verantwortung und mit Herzblut viel bewegt in der Stadt“.

Der Stadtrat hatte die Ehrung bereits am 27. April einstimmig beschlossen. Böckh war 30 Jahre lang in unterschiedlichsten Gremien aktiv, davon über 15 Jahre als Zweite Bürgermeisterin. Bei den Wahlen 2014 und 2020 erzielte sie jeweils die höchste Stimmenzahl aller Kandidierenden.

Prägende Persönlichkeit der Stadtpolitik

In seiner Laudatio hob Rothenbacher besonders ihre Arbeitsweise hervor: „Margareta Böckh brachte Fachwissen, Erfahrung und gesunden Menschenverstand in die Stadtratsarbeit ein. Dabei trat sie konsequent für ihre Überzeugungen ein und scheute nie eine Diskussion. Eine faire und demokratische Debatte war ihr wichtig und unverzichtbar“.

Er bezeichnete sie zudem als „Kämpferin, Wegbereiterin, Unterstützerin und Macherin“. Über Parteigrenzen hinweg habe sie kontinuierlich für die Interessen der Stadt gearbeitet und zahlreiche Projekte mitgestaltet – von sozialen Initiativen bis hin zu baulichen Maßnahmen.

OB Jan Rothenbacher und Margareta Böckh enthüllen gemeinsam feierlich die neue Gravur an der Ehrenbürgertafel im 1. Stock des Rathauses. Die Inschrift lautet: „Margareta Böckh, Bürgermeisterin – 2026“ (Fotos: A. Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

Dankesworte der Geehrten

Margareta Böckh selbst zeigte sich bewegt von der Auszeichnung und ordnete sie in einen größeren Zusammenhang ein:
„Ich freue mich sehr, heute nicht nur persönlich geehrt zu werden, sondern gewissermaßen auch stellvertretend für viele engagierte Frauen vor mir, mit mir und nach mir“.

Zugleich unterstrich sie die Bedeutung gemeinschaftlicher Arbeit:„Politik ist nie das Werk einer Einzelnen. Erfolg schafft niemand alleine. Diese Ehrung erfüllt mich mit großer Dankbarkeit“.

Ehrenring für Hans-Martin Steiger

Neben Böckh wurde auch Hans-Martin Steiger für sein langjähriges Engagement ausgezeichnet. Der Dritte Bürgermeister erhielt den Ehrenring der Stadt. Seit 1990 gehört er dem Stadtrat an und hat über Jahrzehnte hinweg die Kommunalpolitik geprägt.

Oberbürgermeister Rothenbacher würdigte seinen Einsatz mit klaren Worten:„Er hängt mit Herzblut an einer guten Kommunalpolitik und ist bereit, viel zu geben, viel zu leisten und sich stark einzubringen. Er leistet eine krasse politische Basisarbeit. Und er lässt sich das auch nicht kaputt machen von Leuten, denen es nur um Eigeninteresse, Selbstdarstellung oder Fremdenhass geht“.

Auch seine klare Haltung zur Demokratie hob Rothenbacher hervor:„Er hat es im Kreuz zu sagen, nein, soweit und nicht weiter, wenn jemand demokratiefeindlich auftritt. Er führt da einen ganz klaren politischen Dialog. Hans-Martin ist ein Demokrat durch und durch“.

Engagement für Natur und Gesellschaft

Steigers Einsatz reichte weit über die Politik hinaus. Insbesondere der Schutz von Natur und Umwelt – etwa des Benninger Rieds und der Iller – war für ihn ein zentrales Anliegen. In seiner Dankesrede erklärte er die Motivation für sein politisches Engagement:
„Ich wollte dorthin, wo die Entscheidungen fallen. Vor allem auch deshalb, weil ich im vorpolitischen Raum an Grenzen gestoßen bin“.

Mit einem bildhaften Vergleich gab er dem künftigen Stadtrat einen Wunsch mit auf den Weg:
„Nicht hierarchisch organisiert, jedes Individuum tickt ein wenig anders. Damit stehen immer verschiedene Lösungsansätze zur Auswahl, die dann gemeinschaftlich zum Erfolg führen“.

Abschied und Dank an das Gremium

Insgesamt wurden 15 Mitglieder aus dem Stadtrat verabschiedet. In den vergangenen sechs Jahren kam das Gremium zu 85 Plenumssitzungen und 354 Ausschusssitzungen zusammen und behandelte über 3.000 Themen.

Einige Stadträtinnen und Stadträte scheiden aus dem Gremium aus (v.l. vorne): Evelyn Villing, Oberbürgermeister Jan Rothenbacher, Verena Gotzes, Ehrenringträger Dr. Hans-Martin Steiger, Ehrenbürgerin Margareta Böckh, Heidi Weinert, Prof. Dr. Josef Schwarz; (v.l. hinten): Heike Eßmann, Sebastian Baumann, Fritz Tröger, Wolfgang Zettler, Helmuth Barth, Michael Rampp, Fabian Nieder und Natalie Riedmiller. Im Bild fehlt Heribert Guschewski. (Fotos: A. Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

Zum Abschluss richtete Oberbürgermeister Rothenbacher seinen Dank an alle Stadträtinnen und Stadträte:
„Danke für Ihren Einsatz, für Ihre Zeit und für die Verantwortung, die Sie übernommen haben. Sie standen den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort, haben zugehört, Anliegen aufgenommen und weitergetragen. Sie haben sich durch zahlreiche Vorlagen gearbeitet, sich in neue, oft komplexe Themen eingedacht und dabei nie den Blick für das Wesentliche verloren. Sie haben diskutiert, abgewogen und Entscheidungen getroffen – nicht immer einfach, aber immer mit dem Ziel, das Beste für Memmingen zu erreichen“.

Verabschiedung weiterer Mitglieder

Neben den beiden Geehrten wurden zahlreiche weitere langjährige Stadträtinnen und Stadträte verabschiedet, die die Kommunalpolitik in Memmingen über Jahre hinweg mitgestaltet haben. Mit ihrem Ausscheiden endet eine prägende Phase – zugleich beginnt für die Stadt ein neues Kapitel.

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