Angesichts der gespaltenen Arbeitswelt hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für eine Stärkung der Sozialpartnerschaft geworben. Ihm bereite es „Sorge, dass die Tarifbindung nachlässt“, sagte Laschet der „Neuen Westfälischen“ (Mittwochsausgabe). Wenn immer weniger Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert seien, „werden Tarifverhandlungen auch für Arbeitgeber schwieriger“. Armin Laschet, über dts Nachrichtenagentur

Nordrhein-Westfalen hat mit einem Anteil von 62 Prozent der Beschäftigten einen verhältnismäßig hohen Organisationsgrad. Die Tendenz sei aber rückläufig, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident vor dem Tag der Arbeit. „Wenn man gerechte Arbeitsbedingungen will, braucht man eine starke Tarifbindung und betriebliche Mitbestimmung“, so Laschet weiter.

Vor seinem Auftritt bei der Maikundgebung in Bielefeld hat der CDU-Politiker die Errungenschaften der Arbeiterbewegung gewürdigt. Der 1. Mai habe „immer noch eine große Bedeutung“, sagte Laschet. Überall auf der Welt gingen nun wieder Arbeitnehmer auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. In vielen Ländern sei das allerdings noch ein schwerer Kampf.

„Bei uns in Deutschland ist der Tag seit der Gründung der Bundesrepublik von großer Bedeutung. Es ist gut, dass es ihn gibt“, so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident weiter. Laschet erneuerte seine Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen für die Paketzusteller. Im Prinzip seien der grenzenlose Warenverkehr und die Freizügigkeit von Arbeitnehmern in der EU eine gute Sache.