Maut-Fallen | Urlauber sollten sich vor Reiseantritt über die Mautsysteme auf der Strecke informieren

Maut-Fallen lauern überall auf der Strecke, vor Reiseantritt sollten Urlauber sich gründlich über die Mautsysteme im Reiseland und den Durchfahrtsländern informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Wer eine Mautstrecke ohne gültiges Ticket befährt, riskiert hohe Bußgelder.

Autofahrer sollten sich laut ADAC Südbayern im Vorfeld über die jeweiligen Mautsysteme im geplanten Reiseland sowie den Durchfahrtsländern informieren, um Ärger und hohe Bußgelder zu vermeiden.

Je nach Mautsystem kann die ordnungsgemäße Zahlung elektronisch überprüft werden. Wenn kein gültiges Ticket erworben wurde, erhält der Fahrzeughalter eine empfindliche Ersatzmautforderung. Bei Nichtzahlung drohen Bußgelder von mehreren hundert bis zu mehreren tausend Euro, warnt Verkehrsexperte Alexander Kreipl vom ADAC Südbayern. In letzter Zeit haben vermehrt Autofahrer den ADAC Südbayern kontaktiert, da sie von hohen Strafen überrascht wurden. Der ADAC Südbayern empfiehlt besondere Aufmerksamkeit und korrektes Handeln auf folgenden Strecken in Österreich und Italien:

Achtung in Österreich

 Die A9, auch bekannt als Pyhrnautobahn, ist eine der wichtigsten Transitstrecken in Österreich und wird vor allem von Reisenden genutzt, die in die Steiermark, nach Slowenien oder Kroatien fahren. Auf dieser Autobahn befinden sich zwei Sondermautstrecken, der Gleinalm- und der Bosrucktunnel. Die Maut kann entweder vor Ort in bar an den Mautstationen oder im Voraus per Videomaut bezahlt werden. Es ist jedoch wichtig, aufzupassen: Die digitale Mautspur hat keine Schranken oder Barrieren. Eine Beschilderung zeigt an, auf welcher Fahrspur man sich einordnen muss, wenn man ein digitales Ticket besitzt, oder auf welcher Spur man fahren muss, um an einer Mautkabine ein Ticket zu kaufen. Zusätzlich dient die Fahrbahn selbst als Informationsquelle, da sie bereits 200 Meter vor der Mautstelle grün eingefärbt ist. „Wer diese Strecken ohne gültiges Ticket befahren hat, sollte so schnell wie möglich bzw. innerhalb weniger Stunden bei der österreichischen Autobahnbetreibergesellschaft ASFINAG eine Selbstanzeige machen“, rät Kreipl. Es besteht die Möglichkeit, die Ersatzmaut für Pkw bis zu 3,5 Tonnen in Höhe von 120 Euro zu verhindern. Wenn man jedoch zu spät ist und die Ersatzmaut nicht bezahlt, wird die ASFiNAG eine Anzeige erstatten und ein Bußgeldverfahren einleiten. In diesem Fall droht eine Strafe von mindestens 300 bis maximal 3000 Euro. „Forderungen aus Österreich können auch in Deutschland vollstreckt werden“, warnt Kreipl weiter.

Auch in Italien muss aufgepasst werden

Es ist wichtig, dass Personen, die aus Italien eine Maut-Nachforderung von einem Inkassobüro erhalten, diese nicht ignorieren, auch wenn sie sich keiner Schuld bewusst sind. Beim Bezahlen an der Mautstation kann es vorkommen, dass die Kartenzahlung abbricht, ohne dass man es bemerkt. In solchen Fällen steht auf dem Beleg „mancato pagamento“ (übersetzt: „Nicht bezahlt“) zur späteren Nachzahlung. Darüber hinaus gibt es in Italien drei Streckenabschnitte, unter anderem um Mailand, an denen es keine festen Mautstationen gibt. Stattdessen wird das Kennzeichen erfasst, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten und Staus zu verhindern. Auch in diesen Fällen müssen die Autofahrer die Maut nachzahlen. Die Nachzahlung kann entweder an den Servicestellen der Autobahngesellschaft („Punto Blu“), die sich an größeren Rastplätzen befinden, oder innerhalb von 15 Tagen per Überweisung erfolgen. Andernfalls wird die Gebühr vom italienischen Inkassobüro und in der Regel später von einem deutschen Inkassounternehmen eingefordert. Der ADAC empfiehlt Autourlaubern, den Beleg an der Mautstelle sorgfältig zu überprüfen und als Zahlungsbeleg aufzubewahren. Wenn eine gerechtfertigte Nachforderung vorliegt, sollte der Betrag beglichen werden, um hohe Folgekosten zu vermeiden. Ein weiterer Grund für eine Maut-Nachforderung kann das versehentliche Befahren der Telepass-Spur sein. Diese ist den (meist einheimischen) Autofahrern vorbehalten, die bei Telepass mit ihrem Kfz-Kennzeichen registriert sind und bei denen die Maut automatisch abgebucht wird. Auf dieser Spur gibt es in der Regel keinen Schalter, an dem die Gebühr bezahlt werden kann. Die Schranke öffnet sich jedoch auch dann, wenn nicht bezahlt wurde. Die Autobahnbetreiber fordern den Betrag dann im Nachhinein.

In allen südbayerischen ADAC Geschäftsstellen und Reisebüros erhalten Sie Routenempfehlungen und Informationen rund um das Thema Maut. Mitglieder und Kunden haben hier die Möglichkeit, nicht nur die herkömmlichen Klebevignetten für Österreich und die Schweiz zu erwerben, sondern auch digitale Vignetten und digitale Streckenmauttickets für Österreich und Slowenien. Es ist wichtig zu beachten, dass die beim ADAC gekauften Vignetten ab dem gewünschten Datum gültig sind. Digitale Vignetten für Österreich, die direkt über die Autobahngesellschaft ASFiNAG im Internet erworben werden, sind hingegen erst am 18. Tag nach dem Kauf gültig, wie Kreipl informiert.

 

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