Schlägerei am S-Bahnhalt Hackerbrücke: Zwei Helfer für Zivilcourage geehrt, Jugendbanden verurteilt

Alfred Ingerl
3 Minuten Lesezeit

Schlägerei an der Hackerbrücke: Zwei Zivilpersonen für mutiges Eingreifen geehrt

Am frühen Morgen des 18. Januar kam es am S‑Bahnhalt Hackerbrücke zu einer ausgedehnten Schlägerei zwischen zwei Personengruppen, die teilweise in den Gleisbereich ausgetragen wurde. Beteiligte waren eine sechsköpfige Gruppe deutscher Staatsangehöriger und drei deutsche Jugendliche im Alter von 16, 17 und 19 Jahren. Zwei unbeteiligte Männer griffen ein und wurden später von der Bundespolizei geehrt.

Eingreifen im Gleisbereich verhinderte Schlimmeres

Gegen 03:45 Uhr war eine dreiköpfige Jugendgruppe aus einer S‑Bahn der Linie S1 ausgestiegen. Auf dem Bahnsteig trafen die Jugendlichen auf die sechsköpfige Gruppe; aus einer verbalen Auseinandersetzung entwickelte sich eine massive körperliche Auseinandersetzung, die sich teilweise auf die Gleise verlagerte.

Ein 40‑jähriger Mitarbeiter der Deutschen Bahn, türkischer Staatsangehöriger, wurde auf die Situation aufmerksam und schritt ohne Zögern ein. “Ich habe eigentlich nicht lange überlegen müssen, weil ich davon ausging, dass dort jemand einen anderen töten will”, sagte die Reinigungskraft bei der Ehrung in der Bundespolizeiinspektion München. Er gelangte in den Gefahrenbereich, trennte dort einen 35‑Jährigen aus der sechsköpfigen Gruppe und den 19‑Jährigen, die sich auf den Gleissträngen geschlagen hatten und Gefahr liefen, von einer einfahrenden S‑Bahn erfasst zu werden. An einer weiteren Stelle des S‑Bahnhalts mischte er sich ebenfalls ein. Der 40‑Jährige blieb unverletzt.

Schwerer Augenverletzung nach Schlichtungsversuch

Ein 22‑jähriger Deutscher stellte sich zwischen die Streitenden, um zu schlichten. Unvermittelt wurde er von dem 17‑Jährigen angegriffen und erlitt dabei eine schwere Verletzung am Auge. Der Helfer musste anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert und operiert werden. Bei der Ehrung erklärte der Mann, Angehöriger einer Freiwilligen Feuerwehr, dass er die Angst vor einem möglichen Angriff damals ausgeblendet habe und instinktiv helfen wollte.

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Für ihre Zivilcourage und die Bereitschaft, anderen Menschen “in der Not unter Einsatz ihres eigenen Lebens und ihrer Gesundheit zu helfen”, dankte Polizeidirektorin Sabine Mäder, stellvertretende Leiterin der Bundespolizeiinspektion München, den beiden Helfern persönlich. In einem kleinen Gesprächsrahmen erhielten die Männer eine Urkunde sowie ein Präsent.

Die drei Jugendlichen wurden inzwischen vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts München verurteilt. Der 19‑Jährige erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. Der 17‑Jährige wurde zu einer zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Gegen den 16‑Jährigen verhängte das Gericht eine Woche Jugendarrest in Verbindung mit diversen Auflagen. Die Staatsanwaltschaft München I legte bezüglich des Urteils gegen den 19‑jährigen Angeklagten Berufung ein; die Urteile der beiden Jüngeren sind rechtskräftig.

Dieser Artikel basiert auf einer offiziellen Polizeimeldung. Für die sprachliche Überarbeitung wurde künstliche Intelligenz eingesetzt.

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Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.