REGENSBURG, GEISELHÖRING, WALLKOFEN, LKR. STRAUBING-BOGEN – Seit mehreren Monaten ermitteln die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Niederbayern und die Staatsanwaltschaft Regensburg gegen eine Bande von Telefonbetrügern. Zwei polnische Staatsangehörige im Alter von 29 und 48 Jahren stehen im Verdacht, seit Ende Juli 2025 insgesamt 17 Betrugsfälle begangen zu haben und dabei 500.000 Euro an Geld und Schmuck erbeutet zu haben.
Betrug durch Schockanrufe
Die Betrüger täuschten ihren Opfern vor, ein naher Angehöriger habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und müsse in Untersuchungshaft, falls keine Kaution hinterlegt werde. Auf Basis intensiver Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft am 19. März 2026 Anklage wegen (versuchten) gewerbsmäßigen Bandenbetrugs gegen die beiden Männer.
Enttarnung eines Betrugsversuchs
Ein Betrugsversuch am 14. August 2025 in Geiselhöring, Landkreis Straubing-Bogen, weckte das Interesse der Behörden. Dank der Aufmerksamkeit einer 65-jährigen Frau, die den Betrug schnell erkannte und die Polizei informierte, konnte die geplante Übergabe überwacht und ein Verdächtiger festgenommen werden. Durch geschicktes Vorspielen von Kooperation durch die Frau konnte ein weiterer Verdächtiger festgenommen werden.
Ermittlungserfolge und Anklageerhebung
Die Ermittler brachten die Verdächtigen durch umfangreiche Analysen, unter anderem von GPS-Daten und Mobiltelefonen, mit 16 weiteren Betrugstaten in Verbindung. Alle Verfahren wurden von der Staatsanwaltschaft Regensburg übernommen und sind nun Teil der Anklage. Den beiden Beschuldigten wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug in 14 Fällen und versuchter gewerbsmäßiger Bandenbetrug in 3 Fällen vorgeworfen. Beide befinden sich seit August 2025 in Untersuchungshaft.
Ein Beschuldigter gab an, von einer unbekannten Person zur Abholung einer Tasche angewiesen worden zu sein, während der andere schweigt. Trotz der Vorwürfe gilt für die Angeschuldigten weiterhin die Unschuldsvermutung. Das Landgericht Regensburg entscheidet über die Anklagezulassung zur Hauptverhandlung.
Veröffentlicht: 20.04.2026, 10.01 Uhr



