Plötzliche Arbeitslosigkeit, eine längere Krankheit oder ein schlechter Umgang mit Geld: Es gibt viele Gründe, warum Menschen in eine finanzielle Notlage geraten. Plötzlich reicht das Geld nicht mehr, um alle Ausgaben zu decken und die Betroffenen stehen vor der Frage, was sie nun tun sollen. Wir zeigen Ihnen Wege aus einer finanziellen Notlage auf und verraten Ihnen, wie Sie wieder Boden unter den Füßen bekommen.
Überblick verschaffen und die wichtigsten Zahlungen vornehmen
Wenn das Geld knapp wird und sich die Mahnungen häufen, ist das Allerwichtigste, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht in Panik zu geraten. Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre Finanzen und listen Sie offene Zahlung anhand ihrer Priorität auf. Sichern Sie zuerst Ihre existenziellen Lebensbedürfnisse, indem Sie die Ausgaben für Wohnen (Miete oder Immobilienkredit), Lebensmittel und Energiekosten vornehmen. Auch wichtige Medikamente und Telefon/Internet sind unverzichtbare Ausgabeposten. Nehmen Sie bei einer finanziellen Notlage generell so früh wie möglich staatliche Hilfen in Anspruch. Wer seine Miete oder den Immobilienkredit nicht mehr stemmen kann, kann zum Beispiel unter bestimmten Voraussetzungen Wohngeld beantragen.
Umgang mit bestehenden Krediten
Die Nichtzahlung vereinbarter Kreditraten, insbesondere bei Immobilienkrediten, kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Um ihren Verpflichtungen nachzukommen, setzen Betroffene oft Rücklagen ein oder beanspruchen den Dispositionskredit ihres Girokontos. Sinnvoller ist in solchen Fällen oft ein Umschuldungskredit, der auch bei zusätzlichem Geldbedarf infrage kommt. Der alte Kredit wird einfach durch einen neuen abgelöst, dessen Kreditsumme höher ist als die Restschuld. Durch eine Verlängerung der Laufzeit beim neuen Kredit erhält man trotz erhöhter Gesamtschuld einen größeren finanziellen Spielraum. Informieren Sie sich über die Voraussetzung bei einer Umschuldung und entscheiden Sie dann, ob diese Ihnen weiterhelfen kann.
Wichtige Verträge nicht sofort kündigen
Wenn das Geld knapp wird, ist die Versuchung groß, langfristige Verträge wie die Lebensversicherung, die Riester-Rente oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung einfach zu kündigen. Tun Sie dies nicht oder nur im äußersten Notfall. Prüfen Sie vielmehr, ob sich mit dem Anbieter eine Stundung der Raten oder eine Pausierung des Vertrages vereinbaren lässt.
Führen Sie Haushaltsbuch und ändern Sie Ihr finanzielles Verhalten
In einer finanziellen Notlage ist es höchste Zeit, die eigenen Ein- und Ausgaben genau im Auge zu behalten und Geld zu sparen, wo es nur geht. Idealerweise führen Sie ein Haushaltsbuch, in das Sie sämtliche Ein- und Ausgaben eintragen, die im Monat anfallen. So gewinnen Sie die Kontrolle über Ihre Finanzen zurück und können schnell unnötige Kostentreiber aufspüren und abstellen. Hinterfragen Sie Ihre Kaufentscheidungen, vermeiden Sie Impulskäufe und lassen Sie im Moment von Ratenzahlungen und Finanzierungen die Finger. Zur Kontrolle der Ausgaben ist es hilfreich, nur mit Bargeld zu bezahlen, denn so wissen Sie, wie viel Geld Sie zur Verfügung haben und geraten nicht in Versuchung mehr auszugeben. Verzichten Sie hingegen auf die Verwendung von Kreditkarten.
Schnell Geld verdienen
Das beste Mittel bei einem finanziellen Engpass ist natürlich die Haushaltskasse schnell aufzufüllen. Dies gelingt zum Beispiel durch den Verkauf von gebrauchten Sachen über Online-Plattformen wie Ebay. Oftmals schlummern in Kellern und auf Dachböden echte Schätze wie etwa wertvolle Briefmarken- und Autogrammsammlungen oder auch Spielzeugfiguren, für die Sammler heute viel Geld ausgeben. Gehen Sie Ihr Inventar einmal durch und überlegen Sie, was sich zu Geld machen lässt. Darüber hinaus lässt sich mit einem Nebenjob online oder offline Geld verdienen. Nehmen Sie an Online-Umfragen teil, bieten Sie Dienstleistungen im Internet an oder geben Sie Nachhilfe. Auch mit Babysitting oder einer Hundebetreuung lässt sich Geld verdienen. Schließlich gibt es noch eine Reihe von ungewöhnlichen, aber funktionierenden Wegen, um die Finanzen aufzubessern. Dazu gehören Blut- und Samenspenden, die Vermietung von Wohnraum über Airbnb oder die Vermietung des Autos zu Zeiten, zu denen man es eh nicht benötigt.


