Die Importpreise sind im September 2026 um 10,4 Prozent höher gewesen als im September 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit November 2022 (+12,3 Prozent gegenüber November 2021).
Im August 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +8,3 Prozent gelegen, im Juli 2026 bei +6,8 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, stiegen die Einfuhrpreise im September 2026 gegenüber August 2026 um 2,1 Prozent.
Die Exportpreise waren im September 2026 um 5,3 Prozent höher als im September 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2023 (+6,6 Prozent gegenüber Februar 2022). Im August 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +4,7 Prozent gelegen, im Juli 2026 bei +4,2 Prozent. Gegenüber August 2026 stiegen die Ausfuhrpreise im September 2026 um 0,6 Prozent.
Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im September 2026 gegenüber September 2025 hatte erneut der Anstieg der Preise für Energie mit +61,8 Prozent (+14,5 Prozent gegenüber August 2026) und für Vorleistungsgüter mit +11,1 Prozent (+0,5 Prozent gegenüber August 2026).
Besonders bei den Energiepreisen waren die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten weiterhin deutlich spürbar. Gegenüber September 2025 stiegen die Importpreise für elektrischen Strom (+96,2 Prozent), Mineralölerzeugnisse (+81,3 Prozent), Erdöl (+59,3 Prozent), Erdgas (+53,9 Prozent) und Steinkohle (+25,1 Prozent) deutlich. Bei den Mineralölerzeugnissen verteuerten sich insbesondere Schmier- und andere Öle (+112,0 Prozent), Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin (+111,3 Prozent), Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl (+100,4 Prozent) und Motorenbenzin (+73,9 Prozent).
Im Vergleich zum Vormonat August 2026 war insbesondere Erdöl teurer (+18,5 Prozent). Elektrischer Strom und Erdgas kosteten jeweils 13,7 Prozent mehr und Mineralölerzeugnisse verteuerten sich um 12,4 Prozent. Hier musste vor allem für importierten Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl (+14,5 Prozent) mehr bezahlt werden als einen Monat zuvor. Auch die Preise für Steinkohle stiegen um 3,8 Prozent.
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im September 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,5 Prozent (+0,5 Prozent gegenüber August 2026). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 7,5 Prozent über dem Stand von September 2025 (+1,1 Prozent gegenüber August 2026).
Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit +26,8 Prozent deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Kupfer und Halbzeug daraus mit +37,9 Prozent, Aluminium und Halbzeug daraus mit +23,4 Prozent sowie Edelmetalle und deren Halbzeug mit +22,1 Prozent. Auch die Preissteigerungen bei importierten elektronischen Bauelementen (+17,8 Prozent) und Kunststoffen in Primärformen (+17,4 Prozent) hatten einen wesentlichen Einfluss auf die Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern.
Auch importierte Investitionsgüter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, und zwar um 4,5 Prozent gegenüber September 2025 und um 0,6 Prozent gegenüber August 2026.
Importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im September 2026 insgesamt um 0,2 Prozent teurer als im Vorjahr (+0,4 Prozent gegenüber August 2026). Während die Preise für Gebrauchsgüter 2,1 Prozent über denen von September 2025 lagen (+0,6 Prozent gegenüber August 2026), waren Verbrauchsgüter im Vorjahresvergleich 0,4 Prozent billiger (+0,3 Prozent gegenüber August 2026).
Importierte landwirtschaftliche Güter waren im September 2026 im Durchschnitt 0,9 Prozent billiger als im Vorjahresmonat, verteuerten sich aber gegenüber August 2026 um 0,6 Prozent.
Die Preise für lebende Schweine lagen 34,9 Prozent unter denen von September 2025 (-5,1 Prozent gegenüber August 2026). Rohkakao war gegenüber dem Vorjahresmonat mit -21,2 Prozent ebenfalls deutlich preiswerter als im Vorjahr, auch gegenüber August 2026 fielen die Preise um 1,1 Prozent. Weniger als im September 2025 kostete mit -15,2 Prozent auch importierter Rohkaffee (-5,3 Prozent gegenüber August 2026).
Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 7,2 Prozent über denen von September 2025 und 0,4 Prozent über denen von August 2026. Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 2,6 Prozent über dem von September 2025 (+0,2 Prozent gegenüber August 2026). Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 Prozent der ausgeführten Waren ab.
Auch bei den Ausfuhrpreisen waren weiterhin die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren: Die Preise für Energieexporte lagen um 58,3 Prozent über denen von September 2025 und um 9,2 Prozent über denen von August 2026. Vor allem Mineralölerzeugnisse waren mit +74,1 Prozent deutlich teurer als im September 2025 (+14,2 Prozent gegenüber August 2026), darunter insbesondere Flugturbinentreibstoff aus Kerosin, der zu 114,3 Prozent höheren Preisen exportiert wurde als im Vorjahr (+20,3 Prozent gegenüber August 2026). Motorenbenzin war 74,7 Prozent teurer als im September 2025 (+18,3 Prozent gegenüber August 2026). Die Preise für Erdgasexporte waren 31,7 Prozent höher als im September 2025. Gegenüber August 2026 stiegen sie um 1,1 Prozent.
Exportierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter, Exportanteil zusammen rund 21 Prozent) waren 0,8 Prozent teurer als im September 2025 (+0,2 Prozent gegenüber August 2026). Die Preise für Gebrauchsgüter lagen um 2,1 Prozent über denen des Vorjahresmonats (+0,3 Prozent gegenüber August 2026), die Preise für Verbrauchsgüter waren 0,5 Prozent höher (+0,2 Prozent gegenüber August 2026).
Landwirtschaftliche Güter wurden 6,7 Prozent teurer exportiert als im Vorjahresmonat. Gegenüber August 2026 stiegen die Preise hier um 2,8 Prozent, so das Bundesamt.
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