Augsburgs Kanuslalom-Asse setzen Maßstäbe

Aus Augsburger Sicht gibt es nach der nationalen Qualifikation im Kanuslalom viele positive Nachrichten. Die etablierten Kräfte behaupteten sich – und auch der Nachwuchs aus der Fuggerstadt machte deutlich auf sich aufmerksam. Trotz fehlender großer Überraschungen boten die Wettkämpfe Spannung bis zuletzt.

Im Kajak-Einer der Herren war Noah Hegge vom Kanu Schwaben Augsburg das Maß aller Dinge. Mit sechs Siegen unterstrich der 27-Jährige eindrucksvoll seine Führungsrolle im deutschen Team. Auch im letzten Rennen setzte er ein Ausrufezeichen und distanzierte die Konkurrenz klar.

Der Blick geht für Hegge bereits Richtung Olympia: „Ich hoffe, dass wir ein gutes Team auf einem hohen Level am Ende haben, und dementsprechend jeden Tag gefordert werden. Und dann werde ich mich mit meinem Trainer bestmöglich darauf vorbereiten, um dann im besten Fall 2028 am Start zu stehen.“

Für Augsburg besonders erfreulich: Christian Stanzel vom Augsburger Kajak Verein schaffte erstmals den Sprung ins Nationalteam. Der 21-Jährige überzeugte mit konstant starken Leistungen. „Ich kann es immer noch nicht ganz fassen. Ich hatte es ehrlich nicht erwartet. Aber ich bin einfach meine Läufe heruntergefahren, habe mich wieder auf die Basics beschränkt“, sagte Stanzel.

Tasiadis kämpft sich eindrucksvoll zurück

Im Canadier der Herren zeigte Sideris Tasiadis vom Kanu Schwaben Augsburg einmal mehr seine Klasse. Trotz eines holprigen Starts setzte sich der Routinier am Ende souverän durch und gewann die Qualifikation deutlich.

Seine Analyse nach den schwierigen ersten Rennen: „Unter Druck gesetzt habe ich mich deshalb nicht gefühlt. Ich habe eher darüber nachgedacht, woran es lag, wo hat es gehakt, dass an dem einen Tag die Ergebnisse auf dem Blatt Papier nicht so gestimmt haben?“

Starke Augsburger Präsenz bei den Frauen

Auch bei den Damen war Augsburg prominent vertreten. Elena Lilik vom Kanu Schwaben Augsburg paddelte trotz Schwangerschaft auf Rang drei im Canadier. Ob sie international startet, ist noch offen.

Im Kajak-Einer bleibt Ricarda Funk das nationale Maß der Dinge. Die Olympiasiegerin zeigte sich nach der Qualifikation zufrieden: „Ich bin happy. Das Ziel war Quali, mehr nicht.“

Mit Blick auf die Zukunft betonte sie: „Ich bin gerade erstmal noch am Verarbeiten von Tokio und Paris, beziehungsweise, ich habe es jetzt gerade erst einmal geschafft, das endlich mal zu verarbeiten und loszulassen. Dementsprechend bin ich jetzt erst einmal im Hier und Jetzt einfach.“

Ebenfalls aus Augsburger Sicht erfreulich: Emily Apel sicherte sich einen Platz im WM-Team und bewies besonders am Finaltag starke Nerven.

Nachwuchs und Erfahrung im Einklang

Cheftrainer Thomas Apel zog ein insgesamt positives Fazit der Qualifikation: „Es war eine harte Qualifikation“, die anstrengenden acht Rennen bei zwei Streichergebnissen seien bewusst so festgelegt wurden. „Ich hoffe, dass die, die sich am Ende durchgesetzt haben in gewisser Weise gestählt aus diesen zwei Wochenenden hervorgehen und den Schwung mit in die internationale Saison nehmen können.“

Besonders hob er die Mischung im Team hervor: „eine gute Mischung aus Erfahrung und jung und wild. Ich würde sagen, im Prinzip gab es keine großen Überraschungen.“

Für die internationale Saison sieht er gute Chancen

Großes Lob gab es zudem für die Neulinge: „Annkatrin hat eine sehr souveräne Vorstellung gezeigt, in gewisser Weise überraschend.“
Und über Stanzel sagte er: „Ich finde es gut, dass es Anschlusskader gibt, die diesen Sprung schaffen. Es zeigt, dass die Investition in den Nachwuchs nicht umsonst ist.“

Die endgültige Nominierung für Welt- und Europameisterschaften sowie die Weltcups steht noch aus und erfolgt durch den Trainerrat. Aus Augsburger Perspektive ist jedoch klar: Die Chancen stehen gut, dass zahlreiche Athletinnen und Athleten aus der Fuggerstadt auch international eine wichtige Rolle spielen werden.

Nationale Qualifikation Ergebnisse Kanuslalom

K1 Herren: 1. Noah Hegge (KS Augsburg), 2. Stefan Hengst (KR Hamm), 3. Christian Stanzel (Augsburger KV)

C1 Damen: 1. Andrea Herzog (Leipziger KC), 2. Nele Bayn (Leipziger KC), 3. Elena Lilik (KS Augsburg), 4. Lucie Krech (Leipziger KC)

C1 Herren: 1. Sideris Tasiadis (KS Augsburg), 3. Timo Trummer (KV Zeitz), 2. Lennard Tuchscherer (Leipziger KC)

K1 Damen: 1. Ricarda Funk (KS Augsburg/KSV Bad Kreuznach), 2. Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth), Emily Apel (KS Augsburg)

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