Deutschland bleibt Europas größter Markt für Industrie-Roboter. Im Jahr 2025 wurden im verarbeitenden Gewerbe rund 24.800 neue Industrie-Roboter installiert. Damit entfielen 41 Prozent aller Neuinstallationen innerhalb der Europäischen Union auf Deutschland. Gleichzeitig hinterlässt die schwache Konjunktur jedoch deutliche Spuren: Der Absatz ging gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zurück.
Das geht aus dem neuen Jahresbericht „World Robotics 2026“ der International Federation of Robotics (IFR) hervor. International behauptet Deutschland damit weiterhin eine starke Position. Bei den jährlichen Roboterinstallationen liegt die Bundesrepublik nach Angaben des Branchenverbandes hinter Südkorea, den USA, Japan und China weltweit auf Rang fünf.
Automobilindustrie bleibt größter Abnehmer
Die Automobilindustrie ist weiterhin die wichtigste Abnehmerbranche für Industrie-Roboter in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 5.800 neue Roboter installiert. Das entspricht einem Anteil von 23 Prozent am deutschen Markt.
Die Bedeutung der Branche für den Robotermarkt nimmt allerdings ab. 2020 hatte ihr Anteil noch bei 40 Prozent gelegen. Als Gründe nennt die IFR unter anderem eine schwächere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten, die Unternehmen dazu veranlassten, Investitionen zurückzustellen und Produktionskapazitäten neu auszurichten.
Auf Platz zwei folgt die metallverarbeitende Industrie. Dort wurden rund 5.300 Roboter installiert – 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil am Gesamtmarkt liegt bei 21 Prozent.
Die Chemie- und Kunststoffindustrie kam auf etwa 3.000 neu installierte Einheiten. Hier verzeichnete die IFR einen Rückgang von fünf Prozent. Der Marktanteil dieser Branche beträgt zwölf Prozent.
Deutsche Roboterproduktion geht deutlich zurück
Deutlich stärker als die Installationszahlen ist die Produktion von Industrie-Robotern in Deutschland zurückgegangen. Insgesamt wurden 2025 rund 23.700 Einheiten produziert. Das entspricht einem Minus von 24 Prozent.
Nach Einschätzung der IFR ist dafür nicht allein die schwache Nachfrage verantwortlich. Hersteller stellen ihre Produktion zunehmend dezentral auf und fertigen näher an den jeweiligen Absatzmärkten.
Noch stärker fiel der Rückgang beim Export aus. Deutschland exportierte 2025 rund 15.100 Industrie-Roboter und damit 37 Prozent weniger als im Vorjahr.
Neben Produktionsverlagerungen spielt laut IFR dabei auch die Struktur des europäischen Robotermarktes eine Rolle. Zahlreiche internationale Hersteller nutzen Deutschland als europäische Vertriebszentrale. Die derzeit schwache Nachfrage in Europa wirkt sich daher sowohl auf Importe als auch auf Re-Exporte aus.
Auch 2026 dürfte die Nachfrage zunächst sinken
Eine schnelle Trendwende erwartet der Branchenverband nicht. Die Gesamtnachfrage nach Robotern in Deutschland dürfte 2026 erneut zurückgehen. Ab 2027 rechnen die Experten dagegen wieder mit steigenden Installationszahlen.
Wachstumspotenzial sieht die IFR insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen. Gerade der deutsche Mittelstand könnte künftig stärker von neuen und flexibleren Automatisierungslösungen profitieren.
Dazu gehören einfacher zu programmierende Roboter, günstigere Systeme sowie sogenannte Robot-as-a-Service-Modelle (RaaS). Bei diesen Angeboten müssen Unternehmen die Technik nicht zwingend selbst kaufen, sondern können Robotiklösungen als Dienstleistung nutzen.
Automatisierung bleibt für Deutschland wichtiger Standortfaktor
Trotz der aktuellen Rückgänge befindet sich die industrielle Automatisierung in Deutschland damit weiterhin auf einem international hohen Niveau. Zwischen 2020 und 2025 stieg die Zahl der jährlichen Roboterinstallationen laut IFR branchenübergreifend durchschnittlich um zwei Prozent pro Jahr.
Der aktuelle Rückgang zeigt allerdings, dass sich die schwächere Nachfrage des verarbeitenden Gewerbes inzwischen auch deutlich auf den Robotikmarkt auswirkt. Gleichzeitig könnte der zunehmende Einsatz flexibler und kostengünstiger Automatisierungstechnik dafür sorgen, dass Industrie-Roboter künftig auch für kleinere Produktionsbetriebe wirtschaftlich interessanter werden.

