In den letzten Monaten ist es um das einst ambitionierte Startup Quantron aus Gersthofen bei Augsburg auffällig still geworden. Pressemitteilungen sind rar, und es gibt nur spärliche Informationen zu aktuellen Projekten. Das steht in starkem Kontrast zu früheren Zeiten, als das Unternehmen fast wöchentlich mit Neuigkeiten auf sich aufmerksam machte. Diese Ruhe deutet jedoch möglicherweise auf eine schwierige und potenziell existenzbedrohende Situation hin. Medienberichten zufolge haben einige Mitarbeiter seit April keine Löhne mehr erhalten, und auch Lieferanten warten auf ausstehende Zahlungen.
Diese Berichte stimmen mit den frustrierten Kommentaren von Mitarbeitern auf dem Bewertungsportal Kununu überein. Ein Mitarbeiter schreibt: „Drei Monatsgehälter sind bereits ausstehend, und Ende Oktober kommt das vierte hinzu.“ Zudem wird berichtet, dass Sozialversicherungsbeiträge und Krankenkassenbeiträge nicht gezahlt werden. Der Vorstand reagiere seit Mai nur mit leeren Versprechungen, so die Kritik. Beim Augsburger Arbeitsgericht wurden nach Medienberichten bereits mehrere Klagen gegen Quantron eingereicht.
Auch Forderungen nach einer Insolvenz des Unternehmens werden immer lauter, wie sowohl aus Kununu als aus einem Bericht des „Augsburg Journals“ hervorgeht. Einige Mitarbeiter hoffen, dass durch eine Insolvenz zumindest die ausstehenden Löhne bezahlt werden können. Ob Quantron diesen Schritt in Erwägung zieht, bleibt unklar. Die „Augsburger Allgemeine“ zitiert die Finanzchefin Beate Reimann, die erklärt, dass man aktiv nach Investoren suche und zuversichtlich sei, den Finanzbedarf bald decken zu können.
Quantron ist Teil der Haller Group, einem Familienunternehmen aus Gersthofen. CEO Andreas Haller gab kürzlich auf LinkedIn bekannt, dass er im September während der IAA Transportation einen schweren Herzinfarkt erlitten habe. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Umrüstung von Nutzfahrzeugen ab 3,5 Tonnen auf elektrische Antriebe.


