Holocaust-Überlebender Weinberg gestorben – Steinmeier kondoliert

DTS Nachrichtenagentur
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Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg ist tot. Er starb im Alter von 101 Jahren, wie seine Heimatstadt Leer am Dienstag mitteilte.

Frank-Walter Steinmeier (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Weinberg überlebte während der NS-Zeit drei Konzentrationslager. Später trat er häufig öffentlich als Zeitzeuge in Erscheinung. Für Aufsehen sorgte er zudem im Januar 2025, als er ankündigte, dass er das ihm 2017 verliehene Bundesverdienstkreuz zurückgeben werde, nachdem im Bundestag ein Entschließungsantrag der Union zur Migrationspolitik durch die Stimmen der AfD eine Mehrheit erhalten hatte.

“Seit seiner Rückkehr aus New York in seine ostfriesische Heimat vor 14 Jahren hat Albrecht unermüdlich und mit einer unvorstellbaren Energie von seinen schrecklichen Erlebnissen während des Nationalsozialismus berichtet und immer wieder vor dem Vergessen gewarnt”, sagte Leers Bürgermeister Claus-Peter Horst. Für die Stadt Leer sei der Tod Weinbergs ein großer Verlust.

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Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte zum Tod von Weinberg. “Als Überlebender der Shoah hat sich Albrecht Weinberg unermüdlich für Freiheit und Demokratie eingesetzt und unserem Land Versöhnung geschenkt”, schreibt das Staatsoberhaupt. “Dafür ist ihm unser Land zutiefst dankbar.”

“Nie werde ich unseren gemeinsamen, zutiefst bewegenden Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen 2022 vergessen, wo er so gelitten hatte”, fügte der Bundespräsident hinzu. Schon im Kindesalter hätten für Weinberg Jahre eines schier unvorstellbaren Schreckens begonnen. “Er musste seine ostfriesische Heimat verlassen und wurde mit seinen Geschwistern nach Auschwitz deportiert. Zwei Jahre lang durchlitt er das Grauen des Vernichtungslagers, bevor er auf Todesmärschen im Winter 1945 nach Mittelbau-Dora, dann in das KZ Neuengamme und schließlich völlig entkräftet in das KZ Bergen-Belsen gelangte.”

“Die Lebensgeschichte Albrecht Weinbergs ist eine Mahnung für uns und die nachfolgenden Generationen”, so Steinmeier. Sein unermüdlicher Einsatz in Schulen, wo er jungen Menschen von seinem Schicksal erzählte, sei “zutiefst beeindruckend” gewesen. “Im vergangenen Jahr entschied er sich, aus Sorge über die aktuellen politischen Entwicklungen in unserem Land das Bundesverdienstkreuz zurückzugeben. Seine Entscheidung war schmerzhaft, doch er gab uns allen die Aufgabe mit auf den Weg, uns mit aller Kraft für unsere Demokratie einzusetzen.”

Das Leben und Wirken Weinbergs blieben uns Verpflichtung, gerade in einer Zeit, in der die Demokratie unter Druck stehe und der Antisemitismus auch in unserem Land weiter zunehme. “Es bleibt unsere Verantwortung, für die jüdische Gemeinschaft in unserem Land einzustehen und die Demokratie zu bewahren”, schreibt der Bundespräsident.

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Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.