Nach Beinahe-Katastrophe | Ermittlungen zu Ursache des Zugunfalls zwischen München und Ingolstadt laufen auf Hochtouren

Am gestrigen Freitagnachmittag (17. November) sind im Bahnhof Reichertshausen, Landkreis Pfaffenhofen, zwei Züge seitlich kollidiert. Dabei haben sich sieben Personen leicht verletzt. 700 Reisende wurden evakuiert.

Foto: Bundespolizei

Gegen 14:15 Uhr befand sich der ICE 703, aus Hamburg kommend, auf dem Weg nach München. Im Bereich des Bahnhofes Reichertshausen wurde der Zug durch die RB 59139, die sich ebenfalls auf der Fahrt Richtung München befand, touchiert.

Foto: Bundespolizei

Nach derzeitigem Ermittlungsstand geriet die Regionalbahn auf Gleis 1 im Ausfahrbereich des Bahnhofes in den Lichtraum des Nachbargleises und schließlich in die Flanke des auf Gleis 2 durchfahrenden ICE.

Nachdem der ICE gestreift wurde, schlitterte dieser rund 50 Meter an der Triebfahrzeugspitze der Regionalbahn entlang und wurde rechtsseitig beschädigt. Entgegen anderslautender Meldung kam es zu keinen Entgleisungen.In der Regionalbahn befanden sich zum Unfallzeitpunkt rund 250 und im ICE etwa 450 Reisende. Durch den Zusammenstoß wurden sieben Personen leicht verletzt, zwei von ihnen kamen zur Versorgung in ein Krankenhaus. Beide Triebfahrzeugführer erlitten einen Schock.

„Beide ICE sind mit hoher Geschwindigkeit im Bahnhofsbereich unterwegs, bei einer Kollision schaukelt sich der ICE auf. Wenn er dann den anderen ICE gestreift hätte, wäre es zur Katastrophe gekommen“, sagte der Polizist laut „Bild“.

Alarmierte Rettungs- und Einsatzkräfte evakuierten die Reisenden aus beiden Zügen. Rund 680 Personen wurden in der Sportanlage Ilmtalhalle versorgt und durch ein Kriseninterventionsteam betreut, bevor sie im Schienenersatzverkehr ihr Reise fortsetzen konnten. Die Einsatzmaßnahmen zur Bergung beider Züge vor Ort dauern an. Der Zeitraum der erforderlichen Reparaturarbeiten am Gleiskörper kann derzeit nicht abgeschätzt werden.

Bild: vifogra

Ein zur gleichen Zeit im Bereich des Bahnhofes Reichertshausen vorbeifahrender ICE 624 in Richtung Ingolstadt kam durch eine Schnellbremsung auf freier Strecke zum Stehen. Die rund 550 Fahrgäste konnten ihre Fahrt im selben Zug mit Zielrichtung Dortmund nach Abschluss der Evakuierung der Unfallzüge fortsetzen.

Im Einsatz befanden sich rund 250 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und der Deutsche Bahn AG sowie der Landes- und Bundespolizei. Ein Helikopter der Bundespolizeifliegerstaffel dokumentierte das Unfallgeschehen aus der Luft.

Ermittler der Bundespolizeiinspektion Nürnberg haben zusammen mit der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung die Ermittlungen zur Ursache des Bahnbetriebsunfalls und wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen.

 

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