Phishing mit gefälschter Rechnung: Microsoft-Postfach übernommen

Alfred Ingerl
3 Minuten Lesezeit

Ein Mitarbeiter aus dem Landkreis Deggendorf hat nach einer gefälschten Rechnung sein Microsoft-Konto preisgegeben. Die Täter erhielten dadurch Zugriff auf sein komplettes E-Mail-Postfach; im Namen des betroffenen Unternehmens wurden zudem rund 600 gefälschte E-Mails verschickt.

Die Nachricht ging am 17. Oktober 2026 bei einem Mitarbeiter einer Firma für Schalt- und Steuerungstechnik ein. Sie enthielt eine gefälschte Rechnung eines Unternehmens, für das seine Firma Arbeiten durchführte. Der Mitarbeiter wurde aufgefordert, sich mit seinem Microsoft-Konto einschließlich Zwei-Faktor-Authentifizierung anzumelden. Dadurch erhielten die Täter Zugriff auf sein gesamtes E-Mail-Postfach.

Eine Nachfrage bei dem Unternehmen, das die Rechnung angeblich gestellt hatte, brachte den weiteren Umfang ans Licht: Nach Angaben der Polizei waren bereits rund 600 gefälschte Nachrichten in dessen Namen versandt worden. Nach derzeitigem Stand entstand kein Sachschaden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Angriffe auf Microsoft-365-Konten

Phishing-Nachrichten wirken häufig wie echte Mitteilungen von Microsoft oder Geschäftspartnern. Sie fordern Nutzer etwa dazu auf, ihr Konto zu überprüfen, eine Sicherheitswarnung zu bearbeiten oder sich erneut anzumelden. Über täuschend echt nachgebildete Anmeldeseiten versuchen die Angreifer, Zugangsdaten und gültige Authentifizierungsinformationen abzugreifen. Dadurch kann unter Umständen auch eine eingerichtete Mehr-Faktor-Authentifizierung umgangen werden.

- Anzeige -

Nach einer Kontoübernahme können Täter E-Mails mitlesen, Postfächer nach geschäftlich wichtigen Informationen durchsuchen, Weiterleitungsregeln einrichten oder im Namen des betroffenen Nutzers weitere Phishing-Nachrichten versenden. Auch Dokumente in OneDrive und SharePoint sowie Kundenlisten, Verträge, Rechnungen, Personalunterlagen und andere personenbezogene Daten können je nach Berechtigungen betroffen sein.

Gefahr durch manipulierte Rechnungen

Bei sogenannten Business-E-Mail-Compromise-Angriffen nutzen Täter ein tatsächlich bestehendes, kompromittiertes Postfach. Sie beobachten den Mailverkehr, erhalten Einblicke in Geschäftsbeziehungen und Zahlungsabläufe und können sich anschließend in bestehende Kommunikation einschalten.

Eine typische Vorgehensweise sind manipulierte Rechnungen oder geänderte Bankverbindungen. Empfänger können dadurch zu einer Überweisung auf ein Konto der Täter veranlasst werden. Im Zusammenhang mit solchen Angriffen kommen unter anderem Ausspähen von Daten, Betrug, Computerbetrug, Datenveränderung und Computersabotage in Betracht.

Auf dieser Seite lesen Sie die Pressemitteilungen der Polizeiinspektionen oder Feuerwehren. Diese werden »ungeprüft« von uns veröffentlicht. Für die Inhalte übernimmt Presse Augsburg keinerlei Verantwortung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die jeweilige Dienststelle.

Dieser Beitrag wurde unter Einsatz Künstlicher Intelligenz erstellt.

- Advertisement -
Weitere Polizeimeldungen aus dieser RegionPolizeipräsidium Niederbayern

Ereignisort

Auf der Nachrichtenkarte anzeigen Die Ereignisorte werden teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz ermittelt. Die angezeigten Positionen können ungenau oder fehlerhaft sein.

Diesen Artikel teilen
Alfred Ingerl ist Autor bei Presse Augsburg. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Polizeimeldungen und Blaulicht-Nachrichten aus Bayern. Er bereitet Meldungen der bayerischen Polizeipräsidien redaktionell für die Veröffentlichung auf Presse Augsburg auf.