Nach dem schweren Zugunglück in der Nähe von Toledo mit zahlreichen Toten hat der spanische Verkehrsminister Oscar Puente seinen Rücktritt angekündigt. Auch bei der vorgezogenen Parlamentswahl Ende November wolle er nicht antreten, erklärte Puente am Dienstag in einer Anhörung im Kongress. Ein Verkehrsminister könne nach zwei Zugunglücken innerhalb eines Jahres nicht im Amt bleiben.
Puente hatte eine “unerklärliche” und “falsche” Entscheidung der Bahnleitstelle als Ursache des jüngsten Zugunglücks genannt. Ein Computerausfall habe dazu geführt, dass sechs fahrende Züge zunächst zum Stillstand kamen, darunter auch die beiden Züge, die anschließend zusammenstießen. Im Falle eines Systemausfalls übernehme die Leitstelle die Kontrolle. Diese habe “unter unerklärlichen Umständen” beschlossen, die Züge wieder ohne Geschwindigkeitsbegrenzung fahren zu lassen.
Bei dem Unglück waren am Mittwochmorgen kurz vor 9 Uhr zwei Hochgeschwindigkeitszüge, ein AVE von Renfe und ein Zug der Firma Iryo, kollidiert. Der Unfall ereignete sich auf der Strecke zwischen Madrid und Sevilla, als der AVE auf den stehenden Iryo-Zug auffuhr. Nach jüngsten Angaben kamen 69 Menschen dabei ums Leben und rund 200 Menschen wurden verletzt.
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