Stadt Kempten muss in Biberdamm am Stadtweiher eingreifen

Ein Biberdamm am Stadtweiher im Bereich der Schießanlage wurde aufgrund seiner Größe als potenzielle Gefahr eingestuft. Der Damm, den der Biber neu errichtet hat, ist etwa 2,5 m hoch. Es besteht die Besorgnis, dass ein Versagen des Damms zu erheblichen Schäden und Überschwemmungen im Bereich des Stadtweihers führen könnte, insbesondere da sich der Damm in einem Waldgebiet mit vielen kranken Bäumen befindet, die auf den Damm stürzen könnten. Die Stadt Kempten mit dem Amt für Tiefbau und Verkehr und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) sehen daher Handlungsbedarf.

Bild: Stadt Kempten

Es ist geplant, den Biberdamm auf ein für alle Seiten akzeptables Maß zu reduzieren, wobei nicht der gesamte Damm entfernt wird. Biber sind auf die überfluteten Flächen angewiesen. Um das Überleben der um diese Jahreszeit neugeborenen Jungtiere zu gewährleisten, muss ein Zugang in den Biberbau über eine Wasserfläche gesichert sein. Der Biber genießt zudem den höchsten EU-rechtlichen Schutzstatus. Er ist streng und besonders geschützt. Bei Eingriffen in den Lebensraum der Biber muss zuvor genau abgewogen werden, ob die Maßnahme unvermeidlich ist. Dies ist aufgrund der bestehenden Überschwemmungsgefahr hier nach Ansicht der Stadt Kempten der Fall.

Um die Belastung für die Tiere so gering wie möglich zu halten, und auch um den aktuell in den Biberbauten lebenden Nachwuchs nicht zu stören, wird der Eingriff so minimal wie möglich gehalten. Das angestaute Wasser soll so weit reduziert werden, dass bei einem Dammversagen keine unmittelbare Gefahr besteht, gleichzeitig aber ausreichend Überflutungsfläche für das Überleben des Bibers erhalten bleibt. Eine Wassertiefe von ca. 70-90 cm reicht dem Biber für eine ausreichende Lebensgrundlage aus. Die Dammhöhe kann daher auf diese 70-90 cm reduziert werden, ohne dem Biber zu schaden. Die Maßnahme wird vom Amt für Tiefbau und Verkehr durchgeführt und vom Biberbeauftragten sowie der UNB überwacht.

Um sicherzustellen, dass der Biber den Damm langfristig nicht wieder erhöht und eine größere Wassermenge staut, wird zusätzlich eine Drainage in den abgetragenen Damm eingebaut. Diese Drainage gewährleistet den notwendigen Abfluss in diesem Bereich und verhindert ein weiteres Anschwellen der Wassermenge. Die Methode ist erprobt und wird regelmäßig erfolgreich bei Problemen mit Biberdämmen angewendet. Bei der kompletten Entfernung eines Biberdammes würde dieser in relativ kurzer Zeit wieder durch den Biber errichtet werden.

Die Stadt Kempten sowie die UNB erhoffen sich durch diese Maßnahmen eine langfristige sowohl sichere als auch biberfreundliche Lösung am neuen Biberrevier am Stadtweiher

 

 

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