Die Stadtwerke Augsburg (swa) planen eine 15 Kilometer lange Fernwärme-Transportleitung vom Nordosten Augsburgs über Oberhausen und den Bärenkeller bis nach Neusäß.
Stammleitung 8 soll Wärme von Ost nach West transportieren
Die sogenannte Stammleitung 8 soll Erzeugungsanlagen im Nordosten Augsburgs mit dem Westen der Stadt und Neusäß verbinden. Über die Leitung kann Wärme aus Lechhausen in Netzbereiche transportiert werden, in denen sie bei steigenden Kundenzahlen künftig nicht mehr ausreichen könnte.
Zudem sollen Versorgungsringe geschlossen werden. Dadurch wäre beispielsweise in Oberhausen und Kriegshaber künftig eine Versorgung von zwei Seiten möglich. Neben Abwärme aus der Abfallverwertungsanlage und Wärme aus dem Biomasseheizkraftwerk der swa könnten entlang der Strecke weitere Wärmeerzeuger angeschlossen werden. Geplant ist unter anderem, einen großen Teil der Wärme auch im Klärwerk im Augsburger Norden zu gewinnen.
Leitung soll bis zu 90 Megawatt Wärmeleistung ermöglichen
Die Stammleitung 8 soll eine Wärmeleistung von 90 Megawatt ermöglichen und einen Rohrdurchmesser von bis zu 500 Millimetern haben. Für die Fernwärmeversorgung sind zwei Rohre erforderlich: Eines transportiert heißes Wasser zu den Abnehmern, das andere führt das abgekühlte Wasser zurück zu den Erzeugungsanlagen.
Für die beiden Rohre ist ein Graben von fast drei Metern Breite nötig. Die Verlegung in den Straßenräumen ist deshalb besonders anspruchsvoll, weil sich dort bereits zahlreiche Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen befinden.
Swa wollen Fernwärme weiter ausbauen
Das Fernwärmenetz der Stadtwerke Augsburg umfasst derzeit mehr als 230 Kilometer. Je nach Witterung liefern die swa bis zu 553 Gigawattstunden Wärme an ihre Kundinnen und Kunden. Das entspricht dem Wärmebedarf von rund 35.000 Haushalten. Bis 2040 soll die Menge auf rund 912 Gigawattstunden steigen.
Nach Angaben der swa soll die Erzeugung der Fernwärme entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und dem kommunalen Wärmeplan bis 2045 vollständig auf erneuerbare Energien und Abwärme umgestellt werden. Damit könnten bis zu 31 Prozent des Augsburger Wärmebedarfs gedeckt werden.
Welche Bereiche vorrangig ausgebaut werden, hängt unter anderem von der Verfügbarkeit ausreichender Wärmemengen und größeren Abnehmern ab. Auch gesetzliche Rahmenbedingungen und staatliche Förderungen beeinflussen den Fortschritt.
Nicht jedes Gebäude wird an die Fernwärme angeschlossen
Die swa weisen darauf hin, dass auch künftig nicht alle Bereiche des Augsburger Stadtgebiets an die Fernwärme angeschlossen werden können. In Vierteln mit überwiegend kleinteiliger Eigenheimbebauung könnten Wärmepumpen oder Pelletheizungen wegen der hohen Anschlusskosten die sinnvollere und preiswertere Lösung sein.
Direkte Anschlüsse von Einfamilienhäusern an die Stammleitung 8 sind nicht vorgesehen. Sie ist als große Transportleitung ausgelegt. Für einzelne Häuser wären zusätzlich kleinere Versorgungsleitungen erforderlich. Deren Bau wäre technisch komplex und wirtschaftlich nicht sinnvoll.
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