Vor den für Samstag angekündigten Protesten der “Gen Z” verrammeln sich in der Hauptstadt zahlreiche Läden und andere Einrichtungen. So wurden am Freitag auf dem “Kudamm” insbesondere bei Luxusartikel-Geschäften Sperrholzplatten vor den Schaufensterscheiben angebracht.
Auch im Regierungsviertel wurden in manchen Gebäuden die Gewerbemieter informiert, dass am Wochenende Außenjalousien an den Fenstern zum Schutz vor Steinschlag herunterlassen werden. Die Bundesregierung wollte zu besonderen Sicherheitsvorkehrungen am Freitag nicht einlassen. “Die Gefährdungsbewertungen werden natürlich laufend vorgenommen”, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Wo sich der Kanzler am Samstag aufhält und ob die Proteste dabei irgendeine Rolle spielten, ließ der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur offen.
Die Initiative “Gen Z regelt” hat für Samstag ab 14 Uhr zu Protestkundgebungen aufgerufen, neben Berlin auch in über 30 anderen Städten. Gefordert werden unter anderem Maßnahmen gegen kaputte Schulen, steigende Lebenshaltungskosten, eine “ungerechte Lastenverteilung” und den Klimawandel. Im Demo-Aufruf enthalten ist außerdem eine Ablehnung der Wehrpflicht und eines “Überwachungsapparates”, der immer weiter ausgebaut werde.
Mit ähnlichen Forderungen waren auch Proteste in Frankreich, Italien und anderen Ländern gestartet, die in den letzten Wochen in teils heftigen Ausschreitungen mündeten. Die offiziellen Veranstalter der Proteste in Deutschland betonen, dass der Protest friedlich bleiben solle. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums hatte aber bereits am Mittwoch gesagt, dass “Teile der linksextremistischen Szene und vereinzelt Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus” die Demo-Aufrufe aufgreifen und sich an der Mobilisierung beteiligen würden.

