Anstieg der Wildunfälle in der Oberpfalz erwartet: Polizei gibt Verhaltenstipps

Mit dem Beginn der Jagdsaison am 1. Mai und der einsetzenden Revierkämpfe unter Rehböcken steigt in der Oberpfalz das Risiko für Wildunfälle erheblich. Besonders im Mai, wo eine auffällige Vegetationsveränderung zu verzeichnen ist, kommt es mit durchschnittlich rund 1.100 Wildunfällen oft zu unerwünschten Begegnungen zwischen Tier und Mensch.

Anstieg der Wildunfälle im Mai

Im letzten Jahr machten Wildunfälle 31,1 % aller Verkehrsunfälle aus. Somit steht nahezu jeder dritte Verkehrsunfall in direktem Zusammenhang mit einem Wildtier. Der Tierschutz hat dabei hohe Priorität: „Wird ein verletztes Tier erst am Folgetag gefunden, leidet es möglicherweise stundenlang.“

Tipps zur Vermeidung von Wildunfällen

  • Tempo bei Dämmerung und in der Nähe von Wäldern und Feldern reduzieren
  • Auf Wildwechsel-Schilder achten – sie sind bewusst aufgestellt
  • Achten Sie auf weitere Tiere – auf ein Tier folgt oft ein weiteres
  • Nicht ausweichen – Gefahr durch Bäume oder Gegenverkehr ist größer
  • Nach einem Zusammenstoß immer die Polizei verständigen, auch wenn das Tier wegläuft

Die Polizei bittet um Unterstützung zur Vermeidung von Tierleid und Unfällen.

Richtiges Verhalten nach einem Wildunfall

Wer nach einem solchen Vorfall nicht handelt oder die Polizei verständigt, riskiert strafrechtliche Konsequenzen. Es droht der Vorwurf der Tierquälerei gemäß §17 Tierschutzgesetz sowie ein Verstoß gegen das Bayerische Jagdgesetz (Art. 37 Abs. 1 BayJG).

Die Polizei gibt folgende Hinweise für das richtige Verhalten:

  • Unfallstelle sichern: Warnblinklicht einschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen.
  • Verletzte Personen versorgen und Notruf 112 wählen.
  • Fahrzeug sichern und sich an einen sicheren Ort (z. B. hinter die Leitplanke) begeben.
  • Polizei unter 110 verständigen, auch wenn das Tier entkommen ist.
  • Totes Tier mit Handschuhen an den Fahrbahnrand ziehen, falls gefahrlos möglich.
  • Sicherheitsabstand zu verletztem Wild einhalten – diese können unberechenbar reagieren.
  • Kein Mitnehmen des Tieres ohne Rücksprache mit Polizei oder Jäger.

Ein weiterer Tipp: Notieren Sie sich den Unfallort exakt oder nutzen Sie Ihr Smartphone zur Markierung. Das erleichtert die exakte Weiterleitung an die Polizei und den zuständigen Jäger und erhöht die Chancen, verletztes Wild schnell zu finden.

Veröffentlicht am 30. April um 14.26 Uhr.

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Alfred Ingerl
Alfred Ingerl
Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.

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